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Sokoto auf dem Höhepunkt; Territorium, Struktur, Wirtschaft (~1850)
Geschichte des Islams in WestafrikaDas Sokoto-Kalifat

Sokoto auf dem Höhepunkt; Territorium, Struktur, Wirtschaft (~1850)

Das Kalifat auf seinem Höhepunkt: wie Sokoto um 1850 aussah

Ein halbes Jahrhundert nach seiner Gründung erstreckte sich das Sokoto-Kalifat von der Niger-Schleife bis zu den Adamawa-Bergen. Dreißig Emirate, zehn bis fünfzehn Millionen Untertanen, ein eigenes Geldsystem, eine blühende Textilindustrie, ein Netz aus Madrasen und eine reiche Literatur in zwei Sprachen. Es war das größte islamische Reich in Afrika nach Songhai. Und es erodierte bereits, ohne dass die Sultane in Sokoto es vollständig erkannten.

Ein Reich, das man auf der Karte zeichnen kann

Du musst es dir näherungsweise vorzustellen versuchen. Um 1850 beginnt das Kalifat im Westen bei Dendi, im oberen Niger-Becken, bei der Stadt Say und dem westlichen Teil des heutigen Niger. Von dort erstreckt es sich ostwärts über die ganze Breite des nördlichen Nigeria, wie wir es auf einer modernen Karte kennen. Gwandu bewacht die westliche Flanke. Kebbi, Yauri und Nupe liegen am südlichen Ufer des Niger. Ilorin, ein Yoruba-Fulani-Emirat, dehnt das Kalifat weiter südwärts bis an den Rand des Yoruba-Landes bei Ibadan aus. Im Zentrum liegen die klassischen Hausa-Staaten, die unter dem Dschihad zu Emiraten geworden waren: Kano, Katsina, Zaria (Zazzau), Daura, sowie das neue Sokoto selbst. Im Osten liegen Bauchi, Hadejia, Gombe und, als entferntestes Emirat, Adamawa, das sich bis in das heutige Kamerun und an das westliche Ufer des Tschadsees erstreckt.

Das Vieleck, das wir auf unserer interaktiven Karte als Sokoto ~1870 zeigen, fängt dieses Gebiet in einer geschlossenen Linie ein. Die wirklichen Grenzen waren natürlich nicht so straff. Emirate hatten Kerngebiete, die Hauptstadt und umliegende Dörfer, und periphere Gebiete, in denen ihre Herrschaft in abnehmenden Graden reichte. Jenseits der Peripherie lagen Schattenzonen, in die Sokoto-Befehlshaber gelegentlich Überfälle führten, jedoch keine dauerhafte Verwaltung errichteten: Teile des Jos-Plateaus, das Mambila-Hochland, die Mandara-Berge, Teile des südlichen Borgu. Diese Schattenzonen waren fiskalisch wertvoll, von dort kamen Sklaven, doch politisch lose.

Die Fläche des Kalifats auf seinem Höhepunkt wird von verschiedenen modernen Historikern auf etwa 500.000 bis 800.000 Quadratkilometer geschätzt. Das ist etwa die Fläche von Deutschland und Polen zusammen oder zehn- bis sechzehnmal die Niederlande. Innerhalb dieses Raumes lebten nach Schätzungen unter anderem von Murray Last, Paul Lovejoy und Sean Stilwell zwischen zehn und fünfzehn Millionen Menschen. Damit war es in absoluten Zahlen der größte afrikanische Staatsverband seit Songhai unter Askia al-Hadsch Muhammad.

Die Verwaltungspyramide: Kalif, Emire, Hakims, Maigaris

Wie wurde dieses ungeheuer große Gebiet verwaltet? Nicht mit einer zentralisierten Bürokratie, wie sie die Chinesen oder die Osmanen handhabten. Nicht mit einem dauerhaft stehenden Heer wie die Mamluken. Das Sokoto-Kalifat war im Kern eine Föderation von Emiraten unter der theologisch-politischen Autorität eines Kalifen.

An der Spitze stand der Amir al-Muʾminin, der Kalif, mit Sitz in Sokoto. Er war die zeremonielle und geistliche Zentralautorität. Er empfing die Baiʿa, den Treueeid, von jedem neuen Emir bei Amtsantritt. Er übergab die Tuta, das förmliche Banner, das das Emirat innerhalb des Kalifats legitimierte. Er schlichtete in Streitigkeiten zwischen Emiren. Er nahm jährlich Hadiyya entgegen, Geschenke, die in der Praxis eine Art Tributabgabe bildeten. Und er führte symbolischen Krieg: er leitete persönlich oder über einen Befehlshaber Feldzüge gegen Grenzgegner, um den Dschihad lebendig zu halten.

Doch die unmittelbare Verwaltung der etwa dreißig Emirate, einige Zählungen kommen auf 28, andere auf 30, je nachdem, wie einige kleinere Emirate eingerechnet werden, lag bei den Emiren selbst. Jeder Emir war innerhalb seines Gebietes faktisch Souverän. Er erhob seine eigenen Steuern. Er setzte seine eigenen Qadis ein. Er führte seine eigenen Feldzüge gegen seine eigenen Gegner. Er verfügte über sein eigenes Heer aus Reiterei, Fußvolk und, ab etwa 1830, einfachen Feuerwaffen, die über den transsaharischen Handel beschafft wurden. Was er nicht durfte: Krieg gegen einen anderen Emir führen ohne Zustimmung Sokotos oder eine Politik betreiben, die nachweislich der Schariʿa zuwiderlief, wie die Qadis von Sokoto sie auslegten.

Unter dem Emir lag eine zweite Verwaltungsschicht: die Hakims oder Sub-Emire, die Distrikte innerhalb eines Emirats verwalteten, und darunter die Maigaris, die Dorfvorsteher, welche die tägliche Ordnung in ihren Gemeinschaften aufrechterhielten. Allein in Kano, dem größten Emirat, gab es schätzungsweise mehr als tausend Maigaris. Es war ein funktionierendes Verwaltungsnetz, das Steueranschläge weitergeben, Streitigkeiten in erster Instanz schlichten und militärische Aufgebote mobilisieren konnte.

Das malikitische Rechtssystem lief parallel zu diesem politischen System. Jede Stadt hatte einen Qadi. Große Emirate hatten einen Qadi al-Quda, einen Ober-Qadi. Richter wurden in Madrasen ausgebildet, durch ritualisierte Lehrjahre unter älteren Fuqaha und durch das Studium von Handbüchern wie Khalils Muchtasar, Ibn Abi Zayd al-Qayrawanis ﵀ Risala und der vor Ort entstandenen Diya al-Hukkam von Abdullahi dan Fodio ﵀. Die Berufung in komplexen Sachen ging an Sokoto, an den dortigen Qadi al-Quda und letztlich an den Kalifen selbst. Es war ein zusammenhängendes juristisches System, das Gesetzgebung, Rechtsprechung und Berufungsweg innerhalb einer einzigen islamischen Rechtstradition vereinigte. Für das Afrika des neunzehnten Jahrhunderts war das beeindruckend.

Die Hauptstädte: wie sahen sie aus?

Halten wir kurz bei den großen Städten inne, denn eine Zivilisation lebt erst wirklich, wenn wir uns ihre Straßen vorstellen können.

Sokoto selbst hatte um 1850 etwa zwanzigtausend Einwohner. Nach Weltmaßstäben nicht riesig, Kairo zählte in derselben Zeit bereits an die dreihunderttausend, London über zwei Millionen, doch nach Sahel-Maßstäben groß. Die Stadtmauern umschlossen etwa zehn Quadratkilometer. Innerhalb der Mauern lagen die Masallacin Schehu, die große Freitagsmoschee, das Gidan Sarki (Sultanspalast), die Sabon Gari (das neue Viertel), in dem arabische und nordafrikanische Händler wohnten, der Kasuwar Sokoto (zentraler Markt) und die Madrasa-Bibliothekskomplexe. Die Straßen waren ungepflastert, jedoch grob radial um die Moschee herum geordnet. Die Häuser waren aus Lehm, in zwei oder drei Geschossen, mit den kennzeichnenden Hausa-Sabon-Spitzdächern nach dem Innenhofmodell.

Kano war größer: schätzungsweise dreißigtausend Einwohner innerhalb der Mauern und nochmals zweitausend in den Vororten und im Umland. Kano war das wirtschaftliche Schwergewicht des Kalifats. Seine Märkte zogen Händler aus Tripolis, Ghat, Agadez, Timbuktu, Kukawa (Bornu), dem Aschanti-Land, sogar gelegentlich aus den britisch beherrschten Küstengebieten von Sierra Leone und der Goldküste an. Seine Textilindustrie, von der gleich mehr, war der größte Beschäftigungskomplex Hausalands. Sein Kurmi-Markt im Herzen der Stadt war so berühmt, dass europäische Reisende des neunzehnten Jahrhunderts wie Heinrich Barth (1851-1855) seitenlange Beschreibungen davon verfassten.

Katsina, Zaria, Bauchi, Yola (Hauptstadt Adamawas), Ilorin, Gwandu, jede dieser Städte zählte zwischen fünf- und fünfzehntausend Einwohner. Jede hatte ihr eigenes Moschee-Palast-Markt-Dreieck. Jede hatte ihre eigene Madrasa mit ausgebildeten Ulama. Jede hatte ihre eigene arabische Kanzlei, die Briefwechsel mit Sokoto, mit anderen Emiraten und mit nordafrikanischen Korrespondenten unterhielt. Zusammen bildeten sie ein Netzwerk städtischer Knotenpunkte, an denen sich Menschen, Bücher, Handelswaren und Ideen bewegten.

Kano-Indigo: das Textilgewerbe Hausalands

Ein Wirtschaftszweig verdient ausführliche Beachtung, denn er prägte den Charakter des Kalifats am stärksten: die Kano-Textilindustrie, im Besonderen das Indigo-Färbesystem.

Hausaland baute Baumwolle an. Hausaland baute Indigofera-Pflanzen an, aus denen das berühmte Indigoblau gewonnen werden konnte. Hausaland besaß eine zünftige Struktur aus Webern, Spinnerinnen, Färbern und Schneidern, die ihre Spezialisierungen über Generationen weitergegeben hatten. Was Kano besonders einzigartig machte, waren die Marinas, die Indigo-Färbegruben. Tiefe Gruben, manchmal bis zu drei Metern Tiefe, mit Mauerwerk ausgekleidet, gefüllt mit einer gärenden Lösung aus Indigoblättern, Pottasche, Urin und Wasser. Stoffe wurden in diesen Gruben getaucht, an der Luft oxidiert, erneut getaucht, bis sie den kennzeichnenden tiefblauen, fast schwarzen Schibori-artigen Glanz erreichten, der die Kano-Kleidung berühmt machte.

Nach Heinrich Barths Bericht von 1851 zählte Kano zwischen hundert und hundertfünfzig aktive Marina-Komplexe. Jeder Komplex hatte Dutzende Arbeiter, weitgehend spezialisierte Sklaven oder Hausa-Zunftarbeiter. Die Erzeugnisse wurden zu kunstvoll geschnittenen Rigas und Boubous, den großen Gewändern Hausalands und der umliegenden Gebiete, weiterverarbeitet. Diese Gewänder wurden quer durch die Sahara gehandelt. Tripolis-Händler kauften sie in großen Mengen; Tuareg-Stammesführer zahlten in Salz, Pferden oder Sklaven für die schönsten Stücke; die berühmten Turquerie-Kulturen Kairos und Istanbuls importierten Partien.

Die Kano-Textilindustrie war in ihrem Maßstab im Afrika des neunzehnten Jahrhunderts einzigartig. Wirtschaftshistoriker wie Paul Lovejoy und Polly Hill haben sie als frühen proto-industriellen Produktionskomplex eingestuft, in seiner Ausbringung mit manchen europäischen regionalen Textilzentren des achtzehnten Jahrhunderts vergleichbar. Sie trug unmittelbar zum Bruttoinlandsprodukt des Kalifats bei, brachte Steuereinnahmen ein und sog Arbeitskraft, freie wie unfreie, aus dem ländlichen Umland in die Stadt.

Der transsaharische Handel: Kola, Salz, Sklaven

Kano-Textilien waren ein Bein der Wirtschaft. Das zweite Bein war der transsaharische Handel, der bis 1870 trotz der Konkurrenz der inzwischen entwickelten atlantischen Küstenrouten verhältnismäßig lebendig blieb.

Was ging nach Norden? Drei große Erzeugnisse. Erstens Kola. Die Kolanuss, Cola nitida, war in Hausaland selbst nicht heimisch, sondern wurde aus dem Aschanti-Gebiet und aus der Volta-Region eingeführt. Hausa-Händler kauften Kola in den Wäldern südlich von Kano und brachten sie über die Sahara nach Tripolis, Ghadames und Murzuk, wo nordafrikanische und mediterrane Märkte sie nachfragten. Kola war die Koffeinquelle der muslimischen Welt, ein nahezu unverzichtbarer Bestandteil des geselligen Umgangs an maghrebinischen Höfen und eine bewusste Ramadan-Hilfe. Ein Kamel konnte zwischen hundert und zweihundert Kilo Kola tragen; eine Karawane von fünfhundert Kamelen wird in den Jahren um 1850 mehrfach in den Tripolis-Archiven beschrieben. Das sind fünfzig bis hundert Tonnen Kola pro Karawane, und es zogen mehrere Karawanen pro Jahr.

Zweitens Leder und Lederwaren. Die Hausa-Lederverarbeitungstradition, Sättel, Schuhe, Koffer, Buchbindungen, Amuletthalter, war hochgerühmt. „Marokkanisches Leder", das in Europa als Luxusmaterial berühmt wurde, war in sehr vielen Fällen tatsächlich Hausa-Leder, das über marokkanische Zwischenhändler nach Europa kam.

Drittens Sklaven, von denen wir gleich aufrichtig sprechen müssen.

Was ging nach Süden? Salz vor allem. Das Bilma-Salz aus den Kawar-Oasen, das Taoudenni-Salz aus der nördlichen Sahara erreichte Hausaland in großen Karawanen. Salz wurde in Hausaland als Zahlungsmittel benutzt, zur Konservierung von Nahrungsmitteln, zur Tierfütterung. Bis 1850 begann auch europäisches Industriesalz aus dem Atlantischen Küstenhandel über südliche Yoruba-Netzwerke auf den Sokoto-Märkten aufzutauchen, ein Vorbote einer breiteren atlantischen Verbindung. Weiter: Pferde aus Nordafrika (Berberpferde, arabische Pferde, unverzichtbar für die Reiterei der Emire), Feuerwaffen und Schießpulver (wenngleich in geringeren Mengen als an der Küste), nordafrikanisches Glas und Keramik, Bücher und Papier, europäische industrielle Textilien, die über Tripolis hereinkamen.

Die Wirtschaft war kurz gesagt keine Insellage. Sie war Teil eines eurasiatischen Handelssystems, das sich über Tripolis-Fes-Tunis mit dem Mittelmeer verband und über dieses Mittelmeer mit Europa, Ägypten, der Levante und schließlich bis nach Indien. Kano-Gewänder wurden in Kairo und Istanbul getragen. Osmanischer Kaffee wurde an Sokoto-Höfen gereicht. Es war eine globale Wirtschaft in ihrer eigenen vorindustriellen Form.

Sklaverei: die Wirklichkeit Sokotos, die nicht weggewischt werden darf

Hier müssen wir innehalten und ehrlich sein, denn keine Beschreibung des Sokoto-Kalifats ist vollständig ohne eine direkte Auseinandersetzung mit dieser Wirklichkeit. Das Sokoto-Kalifat war eine sklavenhaltende Gesellschaft in einem Maßstab, der für Westafrika historisch beispiellos war.

Was bedeutet das konkret? Erstens: Zahlen. Der moderne Historiker Paul Lovejoy berechnet in seinen Transformations in Slavery (3. Auflage 2011), dass um 1890, kurz vor der britischen Eroberung, zwischen zwei und drei Millionen Sklaven im Kalifat lebten. Das wären zehn bis fünfzehn Prozent oder gar bis zu einem Viertel der Gesamtbevölkerung. Damit war das Sokoto-Kalifat am Ende des neunzehnten Jahrhunderts gemessen an der Sklavenpopulation absolut die größte Sklavengesellschaft Afrikas und in relativen Begriffen mit einigen atlantischen Sklavengesellschaften wie dem amerikanischen Süden vor 1865 vergleichbar.

Zweitens: Herkunft. Sklaven wurden vornehmlich durch Überfälle gegen nichtmuslimische Bevölkerungen an den Rändern des Kalifats erworben, Stämme des Jos-Plateaus, Mambila-Hochländer, Kurfi, Gwari, Mumuye, Teile des nördlichen Kamerun und des südlichen Kebbi. Der malikitische Fiqh-Rahmen Sokotos legitimierte diese Überfälle als Dschihad gegen Dar al-Harb, sofern die Gegner Nichtmuslime waren und nicht unter einem rechtmäßigen Friedensvertrag standen. Sklaven kamen auch aus südlichen Yoruba-Konflikten und wurden im internen Kauf-und-Verkauf bewegt.

Drittens: Verwendung. Anders als die atlantische Sklaverei war die Sokoto-Sklaverei in ihren Arbeitsformen vielfältig. Eine große Gruppe arbeitete auf Plantagen rund um die großen Städte, den Rinji-Dörfern um Kano, Sokoto und Zaria, wo Maniok, Hirse, Baumwolle und Indigo angebaut wurden. Eine zweite Gruppe arbeitete im Textilkomplex Kanos. Eine dritte Gruppe arbeitete in den Haushalten der Elite als Bedienstete, Konkubinen, Pflegende. Eine vierte Gruppe, häufig männlich, häufig mit etwas Bildung, bekleidete paradoxerweise hohe Verwaltungs- oder Militärstellungen: die Royal Slaves, die den Sultanen und Emiren unmittelbar treu ergeben waren und deren Status zuweilen höher war als der freier Hausa-Bauern.

Viertens: malikitische Beschränkungen. Der Fiqh setzte deutliche Grenzen. Muslime durften nicht zu Sklaven gemacht werden, wenngleich in der Praxis die Unterscheidung zwischen „echtem" Muslim und „synkretistischem" Muslim in den Händen der Überfallführer lag, was zu fortwährenden Missbräuchen führte. Misshandlung war verboten. Freilassung, ʿItq, war verdienstvoll, und zahlreiche reiche muslimische Eigentümer ließen in ihren Testamenten Sklaven frei. Die Kinder einer Sklavin von ihrem freien muslimischen Eigentümer waren als Freie geboren, und die Sklavenmutter (Umm Walad) erhielt einen geschützten Status und wurde beim Tod ihres Herrn frei. Das waren wirkliche Beschränkungen, die die Sokoto-Sklaverei beispielsweise von der Plantagensklaverei in der Karibik unterschieden, in der derartiger Schutz fehlte.

Fünftens, und hier muss unsere Diaspora-Empfindsamkeit eingreifen: einige der atlantischen Sklaven, die schließlich in Suriname, auf Curaçao, in Trinidad, in Amerika landeten, waren ursprünglich von Sokoto-Überfällen gefangen genommen und über südliche Routen an die atlantischen Händler weiterverkauft worden. Die französische Historikerin Sylviane Diouf hat in Servants of Allah (1998) gezeigt, dass ein erheblicher Teil der islamischen Sklaven im amerikanischen Low Country, einige des Arabischen kundig, mit Namen wie Omar ibn Said, Bilali Mohammed, Abdul Rahman Ibrahim, aus Hausa-, Fulani- oder Bornu-Hintergründen stammten. Unsere eigenen afrokaribischen Vorfahren kamen mehrheitlich über west- und zentralafrikanische, nichtmuslimische Gebiete, doch für eine spürbare Minderheit ist die Verbindung zur Welt Sokotos unmittelbar.

Was macht dies moralisch? Wir sprechen von Vorfahren, die Opfer einer doppelten Sklaverei waren: zuerst innerhalb eines afrikanischen islamischen Reiches, das ihre Unfreiheit als juristisch legitim ansah, dann innerhalb eines atlantischen christlichen Reiches, das ihre Unfreiheit als wirtschaftlich notwendig betrachtete. Beide Formen waren entsetzlich, auch wenn sie sich in juristischer, religiöser und sterblicher Struktur unterschieden. Wer unsere Geschichte nur über den europäischen Strang betrachtet, übersieht die Hälfte des Bildes. Wer nur über den islamischen Strang blickt und tut, als sei Sokoto moralisch makellos gewesen, übersieht die andere Hälfte.

Das sind keine bequemen Wahrheiten. Doch sie sind unser Erbe. Und sie sind Teil dessen, warum wir heute Abend, in den Niederlanden, im Jahr 2026, beieinandersitzen, um diese Erzählung mit Augen zurückzufordern, die vor der Komplexität nicht länger zurückschrecken.

Steuern, Münzen und Staatsfinanzen

Wie hielt sich Sokoto finanziell aufrecht? Durch eine Verbindung islamischer und vorislamischer fiskalischer Werkzeuge.

Islamisch: die Zakat auf Getreide, auf Vieh, auf Handelswaren. Die ʿUschr, der Zehnt der Ernte vom Uschri-Land (Land, auf dem der Staat keine Charadsch erhob). Die Dschizya auf nichtmuslimische Minderheiten innerhalb des Kalifats, die in Sokoto jedoch selten zur Anwendung kam, weil die Dschizya-Bevölkerungen größtenteils in der Peripherie lagen, wo die unmittelbare Herrschaft kaum reichte.

Vorislamisch oder lokal angepasst: der Dschangali, eine Steuer auf Herden, die namentlich die nomadisierenden Fulani traf und zugleich wie eine Zakat und wie eine Bodenpacht funktionierte. Marktsteuern, Kudin Kasuwa, die am Eingang der großen Märkte in Kano und anderen Städten erhoben wurden. Karawanenzölle, die an den Grenzen der Emirate erhoben wurden.

Münzsystem: das Kalifat ließ keine eigenen Münzen prägen. Stattdessen kursierten Maria-Theresien-Taler (österreichisch-ungarische Silbermünzen, die ab dem späten achtzehnten Jahrhundert in Nordafrika bis nach Westafrika beliebt waren), marokkanische Dinare und für kleine Transaktionen Kaurischnecken und Salzbarren. Salz und Kauris waren vor allem im Süden des Kalifats geschätzt; Taler und Dinare im Norden und im internationalen Handel. Dieses mehrgliedrige Geldsystem funktionierte erstaunlich wirksam, legte jedoch Beschränkungen für die fiskalische Zentralisierung auf, der Staat konnte keine Geldpolitik betreiben, wie es die Osmanen oder Ägypten taten.

Staatliche Ausgaben gingen an: den Unterhalt von Hof und Kanzlei, Hadiyya an loyale Ulama und an regionale Notable, die Auszahlung der Dschund, der Krieger, nach erfolgreichen Feldzügen, die Stiftung und Erhaltung von Moscheen und Madrasen, Renovierungen an Stadtmauern und Palästen, Sadaqat an Arme und Reisende, sowie, nicht zu unterschätzen, die kostspieligen Hofzeremonien, in denen das Kalifat seine Legitimität jedes Jahr aufs Neue an Id al-Fitr und Id al-Adha in einem öffentlichen Durbar-Festival vorführte.

Gelehrsamkeit, Bibliotheken, weibliche Bildung

Vergessen wir nicht, was Sokoto auch war: ein geistiges Zentrum. Um 1850 waren Sokoto, Kano, Katsina, Zaria, Gwandu und Ilorin Orte, an denen Arabisch auf hohem Niveau gelehrt wurde, an denen neue Bücher in der islamischen juristischen und theologischen Tradition entstanden, an denen Bibliotheken Hunderte bis Tausende Manuskripte enthielten. Die Bibliothek des Gidan Sarki in Sokoto enthielt nach Heinrich Barths Bericht mindestens tausend Werke, darunter Abschriften von al-Ghazalis ﵀ Ihya ʿUlum ad-Din, der Werke as-Suyutis ﵀, der Muqaddima Ibn Khalduns, sämtliche malikitischen Klassiker und ein wachsender Bestand eigener Sokoto-Gwandu-Kano-Autoren.

Besonders bemerkenswert war die weibliche Bildungsbewegung, die Nana Asmaʾu ﵀, die Schwester Muhammad Bellos ﵀ und Tochter Usman dan Fodios ﵀, von den 1820er Jahren an aufgebaut hatte und die bis 1850 von ihren Nachfolgerinnen fortgeführt wurde. Nana Asmaʾu ﵀ selbst, geboren 1793, gestorben 1864, war viersprachig, Arabisch, Fulfulde, Hausa, Tamascheq, eine Dichterin von hohem Rang mit einem Korpus von mehr als sechzig Qasidas und die Architektin des Yan-Taru-Systems: Netzwerke weiblicher Lehrerinnen, die von Dorf zu Dorf zogen, um analphabete Hausa- und Fulani-Frauen Koran, Grundlagen der Fiqh, sittliches Verhalten und arabisches Lesen zu lehren.

Um 1850 unterhielten ihre Schülerinnen in mindestens vierzehn Städten des Kalifats ein aktives Yan-Taru-Netzwerk. Das ist für das Afrika des neunzehnten Jahrhunderts, für die Welt des neunzehnten Jahrhunderts, eine bemerkenswert großflächige weibliche Alphabetisierungsbewegung. Es ist kein Zufall, dass heutige nigerianische Feministinnen mit Wurzeln im Norden Nana Asmaʾu ﵀ als geistige Vormutter wiederentdeckt haben, die ihr eigenes Vorhaben innerhalb der islamischen Tradition verankert.

Der Vergleich mit Ägypten und Istanbul

Um Sokoto seinen rechten Platz in der Weltgeschichte jener Zeit zu geben, müssen wir kurz einen internationalen Blick werfen. Was taten andere große islamische Staaten um 1850?

Die osmanische Türkei befand sich in der Tanzimat-Zeit (1839-1876), einer großen, ehrgeizigen Modernisierungsbewegung. Sultan Abdülmecid I. hatte eine Zentralisierung, eine rechtliche Gleichstellung nichtmuslimischer Bürger und ein modernes Zivilgesetzbuch eingeführt. Ein zentral erhobenes Steuersystem. Ein stehendes Heer nach europäischem Vorbild. Telegrafen, Dampfschiffe, Eisenbahnen in Entwicklung. Es war ein muslimisches Reich, das sich aktiv industrialisierte und juristisch modernisierte.

Ägypten unter Muhammad Ali, das sich faktisch von der osmanischen Kontrolle gelöst hatte, war noch weiter gegangen: Baumwoll-Industrialisierung der Nildelta-Regionen, ein moderner militärisch-industrieller Komplex mit Waffenfabriken, ein nach französischen Vorbildern gebildetes stehendes Heer, Bildungsmissionen nach Paris. Ägypten produzierte 1850 Dampfmaschinen in eigenen Fabriken in Kairo.

Sokoto war von ganz anderer Art. Keine zentrale Steuereinziehung. Kein stehendes Heer. Keine eigene Münzproduktion. Keine Dampfmaschinen, keine Druckpressen. Handgeschriebene Bücher anstelle gedruckter. Keine Telegrafen, keine moderne Post, keine modernen Schulen nach europäischem Modell. Keine Konsulate in Paris oder London. Das Kalifat war 1850 ein vormoderner islamischer Staat, der nach malikitischen Bauplänen des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts arbeitete, ohne die industriellen und organisatorischen Revolutionen, die Kairo und Istanbul aufnahmen.

Das war nicht zwangsläufig falsch, vieles vom osmanischen und ägyptischen Modernisierungsprojekt sollte später zu großen Spannungen, fremder Verschuldung und schließlich kolonialer Verwundbarkeit führen. Doch es bedeutete, dass Sokoto, falls es zu einer Konfrontation mit moderner europäischer Militärmacht käme, dies mit Pferden und Speeren und einigen hundert Feuerwaffen tun würde, gegen Maschinengewehre und telegrafisch koordinierte Heere.

1903 sollte diese Konfrontation kommen. Der britische General Frederick Lugard, Anführer der Royal West African Frontier Force, sollte Sokoto in einem Feldzug erobern, der weniger als drei Monate dauerte. Der Kalif Muhammad Attahiru I. sollte auf einer ostwärts gerichteten Hidschra bei Burmi sterben. Das Kalifat, das Usman dan Fodio ﵀ gegründet, das Bello ﵀ konsolidiert, das Abdullahi ﵀ juristisch fundiert hatte, das 1850 auf seinem Höhepunkt stand, sollte als unabhängiger Staat zu bestehen aufhören. Die Emirsstruktur sollte hingegen erhalten bleiben, in das britische Indirect Rule-System eingebunden, und bis in die heutige nigerianische Republik hinein überdauern.

Doch das ist 1903. Wir sind im Jahr 1850. Und 1850 ist Sokoto noch das große islamische Reich, das die Sahelzone neu geordnet hat.

Die Zerbrechlichkeit, die schon sichtbar war

War 1850 alles eitel Glück? Nein. Und wenn wir aufrichtig über jenen Augenblick sein wollen, müssen wir auch benennen, was bereits Risse zeigte.

Erstens: Nachfolgespannungen. Seit Bellos ﵀ Tod 1837 hatte es sechs Kalifen gegeben (Abu Bakr Atiku, Aliyu Babba, Ahmadu Atiku, Aliyu Karami, Ahmadu Rufai, Abubakar Atiku), und jede Nachfolge hatte Spannungen erlebt. Das Schura-System, in dem eine kleine Gruppe vornehmer Ulama und Emire den neuen Kalifen aus den Nachkommen des Schehu auswählte, war anfällig für Faktionsbildung und Stimmenkauf. Jede Nachfolge schwächte die moralische Autorität des Kalifats ein wenig.

Zweitens: Rivalitäten zwischen den Emiraten. Die östlichen Emirate, Adamawa, Bauchi, Gombe, wuchsen wirtschaftlich durch die Ausweitung des Sklavenhandels und begannen eine eigene Politik zu führen, die nicht stets der Vorliebe Sokotos entsprach. Kano, als wirtschaftlicher Schwerpunkt, wurde zunehmend eigenständiger. Sokoto blieb zeremonieller Anführer, die wirksame Koordinierung jedoch nahm ab.

Drittens: Bornu. Der Sokoto-Bornu-Konflikt aus dem Briefwechsel zwischen al-Kanemi und Bello wurde nie gelöst. Bornu blieb unter al-Kanemis ﵀ Sohn ʿUmar unabhängig. Die östliche Grenze blieb eine andauernde Quelle von Spannungen.

Viertens: äußerer Druck. Im Westen erhob sich eine rivalisierende Dschihad-Bewegung unter al-Hadsch ʿUmar Tal ﵀, die in den 1840er Jahren bereits Baiʿa von Fulani aus Fouta Toro und Fouta Djallon empfing und die bis 1860 ein konkurrierendes Reich gründen sollte, das Sokotos westlichen Einflussbereich anfocht. Im Nordwesten, zwischen dem Niger und dem Hochland Malis, entstand der Dschihad Seku Ahmadus in Masina, der ein konkurrierendes islamisches Modell gegenüber Sokoto präsentierte. Und im Süden wuchs die europäische Präsenz: Briten in Lagos ab 1851, französische Handelsposten an der Küste Dahomeys, Dampfschiffe auf dem Niger ab 1841.

Fünftens: die technologische Kluft. Ich habe sie bereits genannt. 1850 war sie spürbar, doch noch nicht entscheidend. Bis 1880 sollte sie unüberbrückbar sein.

All dies sah Sokoto nicht. Oder besser: Sokoto sah es, doch hatte nicht die institutionellen Möglichkeiten, sich anzupassen. Das Kalifat war für die vorindustrielle Sahel-Politik optimiert. Als sich die Welt jenseits der Sahelzone wandelte, vermochte es nicht rasch mitzuziehen. Das ist die Tragödie vieler vormoderner nichteuropäischer Staaten. Es ist nicht, dass sie unfähig gewesen wären. Es ist, dass ihr Modell der Tüchtigkeit auf Bedingungen aufgebaut war, die durch äußere Kräfte rasch überholt wurden.

Eine Zivilisation im Spiegel ihres Höhepunkts

Halten wir zum Abschluss kurz inne bei dem, was all dies für uns bedeutet, für niederländische afrokaribische Muslime im Jahr 2026.

Wir kommen aus einer Diaspora, die ihre eigenen afrikanischen Wurzeln häufig nicht genau zurückverfolgen kann. Viele von uns tragen DNA, die auf verschiedene westafrikanische Regionen verweist, und manchmal enthält diese Mischung Bestandteile aus dem weiteren Sokoto-Komplex. Unsere Vorfahren waren nicht zwangsläufig in Sokoto selbst, größere Zahlen kamen aus Yoruba-Land, Igbo-Land, dem Kongo-Becken, doch ein Teil schon, und für den gesamten westafrikanischen Komplex war das Sokoto-Kalifat im neunzehnten Jahrhundert ein dominantes geopolitisches Datum.

Was wir in Sokoto finden, ist ein Bild dessen, was der westafrikanische Islam auf voller Kraft tat: gelehrte Bibliotheken, juristische Traditionen, dichterische Kultur, Verwaltungsorganisation, weibliche Bildungsprogramme, internationaler Handel. Wir finden auch, was der westafrikanische Islam nicht löste: Sklaverei, Stammeshierarchien, innerislamische Konflikte, jene technologische Selbstgenügsamkeit, die ihn für den europäischen Eroberer verwundbar machte.

Beides ist unser Erbe. Keines von beidem darf unter den Teppich gekehrt werden. Wir sind nicht die erste Generation, die diese Reife anstrebt. Wir stehen in einer langen Tradition afrokaribischer Denker, von Marcus Garvey über Cheikh Anta Diop bis zu der afro-surinamischen muslimischen Intelligenz, die heute in den Niederlanden tätig ist, die mit diesem doppelten Erbe gerungen hat. Heute Abend tun wir es ebenfalls, mit etwas mehr Detail, als die meisten Leser je erhalten haben.

Sokoto war groß. Sokoto war verwundbar. Sokoto war wir, in Teilen und gleichzeitig. Das ist, denke ich, was unsere Vorfahren von uns verstanden haben wollten.

Was noch kommen wird

Wir haben das Sokoto-Geflecht in drei Auftritten abgerundet: Bello ﵀ als Konsolidator, Abdullahi ﵀ als Kritiker von innen, der Höhepunkt um 1850 als Augenblicksaufnahme. Doch Sokoto war nicht die einzige große islamische politische Bildung im Westafrika des neunzehnten Jahrhunderts. Während die Familie Fodio Hausaland beherrschte, entwickelten sich im Westen und Nordwesten zwei weitere Vorhaben, die jeweils ein eigenes Kapitel verdienen.

Im inneren Niger-Delta, um Djenné und Mopti, gründete Seku Ahmadu Lobbo ﵀ 1818 das islamische Reich Hamdullahi (Masina), einen strengeren Fulbe-Reformstaat, der mit Timbuktu rang und der sich bis 1840 zur großen Niger-Macht entwickelt hatte. Und im Westen des heutigen Mali, Senegal und Guinea baute al-Hadsch ʿUmar Tal ﵀ ab den 1850er Jahren ein Dschihad-Reich auf, das sowohl auf Sokoto als auch auf Masina stoßen sollte und das das Aufkommen der südlicheren Tidschani-Tariqa als vorherrschender Sufi-Orden Westafrikas festschrieb.

Zu diesen beiden Vorhaben, zu Hamdullahi und zum Tidschani-Dschihad, reisen wir jetzt. Sie sind die andere Hälfte der westafrikanischen islamischen Erzählung des neunzehnten Jahrhunderts und helfen uns zu begreifen, warum das Sokoto-Kalifat, so groß es auch war, nie ganz Westafrika repräsentiert hat.


Quellen

  • Heinrich Barth, Travels and Discoveries in North and Central Africa (London 1857–1858), der Reisebericht von 1851–1855, auf den die Beschreibungen von Kano, Zaria und Sokoto zurückgehen: der Tribut Zarias an Sokoto im März 1853, zwei Millionen Kauris, fünfhundert Gewänder und dreißig Pferde, zitiert bei Last, p. 105.
  • Murray Last, The Sokoto Caliphate, Longmans, Green and Co, London 1967, pp. lxx, 43, 47, 53, 81, 103–106, 114, 118, 141, 185, 199.
    • pp. 43, 47: der Westen des Kalifats, mit dem Nigertal bis Nupe und Dendi und später Ilorin und Liptako unter Gwandu; die Muslime von Masina, die ein eigenes Kalifat ausriefen, und Schaich Ahmad ﵀ von Masina, der Sokoto nicht anerkannte; die Sultane von Bornu, die sich seit vier Jahrhunderten Amir al-muʾminin nannten.
    • pp. 53, 141: das Flaggensystem, bei dem Anführer aus dem Hausaland mit einer vom Schaich ﵀ gesegneten Flagge als Emire ihr eigenes Gebiet erhielten; der Amir al-muʾminin, der nach der verlorenen Schlacht bei Sokoto 1903 nach Osten zog, während die meisten Amtsträger unter Lugards Zusage freier Religionsausübung zurückblieben.
    • pp. 81, 114, 118: die Nachfolge nach Bello ﵀: Abu Bakr Atiku ohne Streit 1837, Ahmad ibn Atiku 1859 nach der langen Regierung ʿAlis, mit der Kandidatur ʿAli Karamis, und die vier Kalifate von 1866 bis 1881.
    • pp. 103–106, 185, 199: die Steuern: in Sokoto nur Zakat, mit der Jangali auf die viehhaltenden Fulani, die in Zakat umbenannt wurde; Kharadsch in Kano und Zaria und Dschizya von geschützten Nichtmuslimen; die Einkünfte aus den Emiraten als “das bekannte, vereinbarte Geschenk”, gewöhnlich zehn Millionen Kauris für den Kalifen und fünf Millionen für den Wesir; die kurdin karofi, die Abgabe auf die Färbergruben von Kano; die jährliche Beute an Gefangenen, rechtlich ein Fünftel; die Schatzkammer unter dem Wesir.
    • p. lxx: Salz, das die Tuareg heranführten, und Kolanüsse aus Gonja als die großen Handelsgüter des Sokoto-Gebiets.
  • Mervyn Hiskett, The Sword of Truth: The Life and Times of the Shehu Usuman dan Fodio, Oxford University Press, New York 1973, pp. 140–141.
    • pp. 140–141: die Hakims als Distriktverwalter; Gwandu als westliche Hälfte mit eigenen untergeordneten Emiraten; die Emire, zunächst nuwwab genannt; ihre Pflichten gegenüber dem Kalifen: Truppen stellen, jährlicher Tribut aus Steuern und Beute, faktisch der Ertrag der Sklavenjagd, die Orthodoxie wahren und den Dschihad an den Grenzen fortführen; der Wesir als Bindeglied zu den Emiraten.
  • R. A. Adeleye, Power and Diplomacy in Northern Nigeria 1804–1906: The Sokoto Caliphate and Its Enemies, Humanities Press, New York 1971 (Ibadan History Series), pp. 3, 40, 65, 285, 288, 309.
    • pp. 3, 40, 65: das Kalifat über ein Gebiet von etwa 250.000 Quadratmeilen; der Kalif als Quelle aller Autorität und die Emire mit großer Selbständigkeit innerhalb der Schariʿa; der westliche Einflussbereich Gwandus nach Barth, mit Arewa, Zaberma, Dendi, Gurma samt Liptako und einem Teil von Borgu.
    • pp. 285, 288, 309: Lugard in Sokoto am 19. März 1903 und die Einsetzung Attahirus II. am 21. März; der Sultan, der die Gewalt über die Emirate verlor, und die Ernennung der Emire, die an die Briten überging; der Fall von Burmi am 27. Juli 1903, wo der Kalif Attahiru mit etwa neunzig Mann fiel.
  • Jean Boyd, The Caliph’s Sister: Nana Asma’u 1793–1865, Teacher, Poet and Islamic Leader, Frank Cass, London 1989, pp. 10, 42–43, 49, 51–52, 103.
    • pp. 42–43, 49, 51–52: Bello ﵀, der seine Schwester Nana Asmaʾu ﵀ zur Führerin der Frauen wählte; die Jajis, die Frauenführerinnen mit dem Malfa-Hut und dem roten Band; die Schülerinnen, die als yan-taru bekannt sind und von Dorf zu Dorf zu ihr kamen, um Religion, Pflichten und Dichtung zu lernen.
    • pp. 10, 103: der Tod Nana Asmaʾus ﵀ 1865, zweiundsechzig Jahre nach den Ereignissen von 1803.
  • Sylviane A. Diouf, Servants of Allah: African Muslims Enslaved in the Americas, 15th anniversary edition, New York University Press, New York 2013, pp. 30, 53, 55, 116.
    • pp. 30, 53, 55, 116: Bello ﵀ und andere muslimische Herrscher, die muslimische Gefangene freiließen und nur Ungläubige als Sklaven hielten; das Kalifat, das hundert Jahre bis zur britischen Eroberung bestand; Bahia, das zwischen 1800 und 1830 jährlich etwa achttausend Afrikaner aufnahm, überwiegend Hausa und Yoruba; Bilali als Fulbe aus Futa Dschallon.
  • Omar ibn Said ﵀, A Muslim American Slave: The Life of Omar Ibn Said, hg. und übers. von Ala Alryyes, University of Wisconsin Press, Madison 2011, p. 109: die Herkunft Omar ibn Saids ﵀ aus Futa Toro und ʿAbd al-Rahmans und Bilalis aus Futa Dschallon, im Essay von Michael A. Gomez.

Verweise

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