AnmeldenRegistrieren
HeuteArtikelSchlachtenBiografienStory-Modus

Der Fulani-Dschihad (1804)
Geschichte des Islams in WestafrikaDas Sokoto-Kalifat

Der Fulani-Dschihad (1804)

Die Fahne in Gudu: Der Fulani-Dschihad und der Preis eines islamischen Staates

Am 21. Februar 1804 wird in einem Dorf an der nordwestlichen Grenze Gobirs eine grüne Fahne gehisst. Binnen vier Jahren liegt die alte Hausa-Hauptstadt Alkalawa in Asche, ist ihr Sarki getötet, und ein neues islamisches Reich aus dem Staub erstanden. Dies ist die Geschichte des Fulani-Dschihad: einer Bewegung, die sich auf Allah ﷻ, auf die Scharia und auf dreißig Jahre Frust berief und die zugleich eine bittere Wahrheit trägt: Es war ein Krieg von Muslimen gegen Muslime, gerechtfertigt durch Takfīr, ausgefochten mit Muskete und Säbel und gewonnen mit jener unbarmherzigen Sicherheit, die nur ideologische Überzeugung liefern kann.

Gudu, ein kahles Dorf im frühen Frühling

Gudu liegt auf etwa 12,75° nördlicher Breite, 4,50° östlicher Länge. Heute ist es ein Weiler im Bundesstaat Sokoto, eine Handvoll Gehöfte, eine Moschee, die wieder und wieder neu errichtet wurde, ein Ort, den kein Tourist besucht. Im Februar 1804 war es noch weniger als das. Ein paar Fulani-Lager, einige verstreute Lehmhäuser, eine Quelle, ein paar Felder.

Sie müssen sich vorstellen, wie es damals aussah. Eine flache Landschaft, hier und da eine Dum-Palme, hier und da eine Akazie mit flacher Krone. Der Harmattan hatte gerade die Luft mit Staub erfüllt, sodass der Horizont in einer orangefarbenen Trübung verschwand. Die Nächte waren kühl. Die Tage trocken, staubig, klar genug, um kilometerweit zu sehen, wer ankam.

Hierher zog Usman dan Fodio ﵀ mit seiner Dschamāʿa am 10. Dhū al-Qaʿda 1218, dem 21. Februar 1804. Die Karawane zählte nach den Fulani-Quellen unmittelbar einige hundert Menschen, vielleicht sechshundert, wahrscheinlich mehr, wenn man die Kinder und Bediensteten mitrechnet. Sie kamen mit dem an, was sie auf ihre Kamele und Esel hatten laden können: Bücher vor allem, denn der Schaich ﵀ reiste niemals ohne seine kleine Privatbibliothek; Textilien; Werkzeug; Vorräte für einige Wochen; und die Waffen, die sie zusammengetragen hatten, größtenteils Speere, Bogenausrüstung, ein paar Schwerter und nur eine Handvoll alter Feuerwaffen, die seit Jahren nicht mehr abgefeuert worden waren.

Dreißig Jahre Predigt hatten sie hierher gebracht. Nun musste etwas anderes beginnen.

Das Hissen der Fahne

Was in Gudu geschah, ist in Infāq al-Maysūr überliefert, der Chronik, die Muhammad Bello ﵀, dan Fodios ﵀ Sohn, später schreiben sollte. Es ist unser bester Bericht von innen, geschrieben von jemandem, der bei den Ereignissen anwesend war. Bello ﵀ war damals etwa neunzehn Jahre alt, im Begriff, das eigentliche militärische Hirn der ganzen Kampagne zu werden.

In Gudu wurde dan Fodio ﵀ von seinen Anhängern förmlich zum Amīr al-Muʾminīn ausgerufen, zum Befehlshaber der Gläubigen. Das ist einer der schwersten Titel der islamischen Tradition. Er wurde ursprünglich von Umar ibn al-Khattab ﵁, dem zweiten Kalifen, getragen und ist seither dem rechtmäßigen Führer einer islamischen Gemeinschaft vorbehalten. Dass dan Fodio ﵀ ihn annahm, ursprünglich, so schreibt er in eigenen Werken, mit Widerstreben, war eine förmliche Erklärung, dass er die politische Autorität von Yunfas Gobir nicht länger anerkannte, dass eine neue Bayʿa, eine Treueidleistung, geschuldet sei, nicht mehr dem Sarki, sondern ihm als islamischem Führer.

Das war ein juristischer Schritt mit Folgen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden konnten. Wer dan Fodio ﵀ die Bayʿa leistete, erklärte damit die Bayʿa an Yunfa für nichtig. Für Yunfa war das Aufruhr. Für die Dschamāʿa dan Fodios ﵀ war es Wiederauferstehung.

Dann wurde die Fahne gehisst. In der Fulani-Überlieferung ein grünes Banner; Grün ist die Farbe des Propheten ﷺ, die Farbe, die seit der Umayyadenzeit die Banner muslimischer Heere trug. Es wurde von Muhammad Bello ﵀ getragen, oder vielleicht von Abdullahi ﵀, dan Fodios ﵀ Bruder; in diesem Punkt weichen die Quellen leicht voneinander ab.

Der Schaich ﵀ sprach. Was er genau sagte, ist nicht Wort für Wort überliefert, doch der Tenor ist deutlich genug: Er erklärte den Dschihad gegen Yunfa und gegen die anderen Hausa-Fürsten, die Muslime an der Ausübung ihres Glaubens hinderten. Er zitierte die Korstellen, die Dschihad fī sabīl Allah erlaubten, wenn Muslime unterdrückt würden. Er erinnerte seine Anhänger an die Hidschra des Propheten ﷺ von Mekka nach Medina, an die erste Bayʿa unter dem Baum von Aqaba, an die Schlacht von Badr, in der ein kleines Heer von Gläubigen gegen ein viel größeres Heer seinen Glauben verteidigte. Er versprach ihnen nicht den Sieg, der gehörte Allah ﷻ, doch er versprach ihnen die Richtigkeit ihrer Sache.

Und dann kam die Arbeit.

Die Kitāb al-Farq: Die juristische Architektur des Krieges

Ein Schwert ohne Rechtfertigung ist Banditentum. Eine Rechtfertigung ohne Schwert ist nur eine Klageschrift. Der Dschihad dan Fodios ﵀ hatte beides, und das juristische Stück, das wir verstehen müssen, bevor wir die Schlachten betreten, ist in einem Text festgelegt, der bis heute umstritten ist: dem Kitāb al-Farq bayn wilāyāt ahl al-Islām wa wilāyāt ahl al-kufr, „Das Buch über den Unterschied zwischen Muslim- und Ungläubigen-Herrschaft".

Dan Fodio ﵀ hatte diesen Text bereits früher geschrieben, vermutlich in den 1790er Jahren, die genaue Datierung ist umstritten, doch in den Dschihad-Jahren wurde er das grundlegende Manifest der Bewegung. Seine Frage ist einfach und schrecklich: Wann ist eine Herrschaft, die sich islamisch nennt, in Wahrheit unislamisch? Wann verliert ein Herrscher seinen Status als legitime muslimische Autorität? Wann verkehrt sich die Pflicht des Gehorsams, die Muslime ihren Herrschern grundsätzlich schulden, in die Pflicht des Widerstands?

Die Antwort, die der Kitāb al-Farq gibt, ist systematisch. Eine Herrschaft wird zur wilāyat ahl al-kufr, einer ungläubigen Herrschaft, wenn sie die Scharia nicht anwendet; wenn sie Steuern erhebt, die in der Fiqh nicht begründet sind; wenn sie willkürliche Hinrichtungen vornimmt, muslimisches Eigentum konfisziert, muslimische Frauen nötigt; wenn sie nichtislamische Rituale am Hof unterhält und Muslime, die mit ihnen brechen, verfolgt; wenn sie, das ist die schärfste Linie, das offene Bekenntnis des Glaubens erschwert oder verbietet.

Dan Fodio ﵀ zählt diese Kriterien auf, und dann, behutsam, aber unmissverständlich, projiziert er sie auf die Hausa-sarauta. Die Sarkis von Gobir, Kano, Katsina, Zaria und der anderen Städte erfüllen diese Kriterien in mehreren Punkten. Sie erheben Jangali, die keine malikitische Grundlage hat. Sie unterhalten eine Hofkultur, in der iskoki-Riten neben islamischen praktiziert werden. Sie zwingen die Dschamāʿa dan Fodios ﵀ zum Rückzug und verfolgen ihre Mitglieder. Folglich ist ihre Herrschaft, nicht dem Namen, doch der Sache nach, keine legitime islamische Herrschaft.

Das ist der entscheidende Schritt. Der Kitāb al-Farq ist keine ausdrückliche Takfīr-Erklärung gegen die Hausa-Sarkis als individuelle Muslime. Dan Fodio ﵀ ist dafür zu vorsichtig. Er erklärt die Herrschaft für ungültig, nicht zwangsläufig die Person. Doch die Folge ist praktisch dieselbe: Gegen eine solche Herrschaft ist Dschihad nicht nur erlaubt, er ist Pflicht.

Spätere Generationen sollten diese Differenzierung oft nicht durchhalten. In der Hitze des Krieges, auf den Lippen weniger gelehrter wāʿiẓ-Prediger, die den Kitāb al-Farq schlecht oder gar nicht gelesen hatten, wurde aus dem Takfīr gegen die Herrschaft schnell ein Takfīr gegen die Hausa-Bevölkerung selbst. Hausa-Muslime wurden in manchen Dörfern als Murtaddūn, als Abtrünnige, behandelt. Ihr Eigentum eingezogen, ihre Kinder versklavt. Das war nicht das, was dan Fodio ﵀ juristisch niedergeschrieben hatte. Es war aber das, was am Boden geschah.

Wir müssen das offen aussprechen. Der Fulani-Dschihad war in seiner doktrinären Struktur ein Krieg gegen Herrschende; in seiner praktischen Ausführung wurde er oft ein Krieg gegen Bevölkerungen. Und die Hausa-Bevölkerungen, gegen die gefochten wurde, waren selbst längst Muslime: oft nicht so streng in der Lehre, wie dan Fodio ﵀ es wünschte, doch Muslime in Bekenntnis und Gebet. Das ist kein Krieg gegen Ungläubige gewesen. Das ist, in den schärfsten Worten, ein Dschihad von Muslimen gegen Muslime gewesen, errichtet auf einer Takfīr-Doktrin, die, wie juristisch ausgearbeitet auch immer, in der Ausführung von Schichten der Selbsttäuschung und der Gewalt durchzogen war.

Wer über den Fulani-Dschihad spricht, ohne diese Wahrheit zu nennen, spricht mit halbem Mund. Das wollen wir heute Abend nicht tun.

Tabkin Kwotto: Die Wendeschlacht

Die Fahne war gehisst, der Amīr al-Muʾminīn eingesetzt, der Dschihad erklärt. Yunfa ließ keine Jahreszeit verstreichen. Er sandte ein Heer aus Alkalawa nach Südwesten, um die Dschamāʿa zu zerschlagen, bevor sie sich festsetzen konnte, und am 21. Juni 1804 schlug die Bewegung ihre erste Feldschlacht, bei Tabkin Kwotto, „dem See von Kwotto", in der Nähe des späteren Gwandu. Das Hidschra-Datum, das die Überlieferung dieser Schlacht zuordnet, der 26. Rabīʿ al-Ākhir 1219, fällt umgerechnet in den August und lässt sich mit einem Sommergefecht nicht vereinbaren, sodass die gregorianische Datierung hier die verlässlichere ist.

Die Gobir-Reiterei war professionell. Die Hausa-Sarkis hatten seit dem fünfzehnten Jahrhundert Reitereinheiten unterhalten, mit arabischen Pferden aus dem transsaharischen Handel, mit Rüstung aus lokal geschmiedetem Eisen, mit über Generationen gewachsenen Kommandostrukturen. Ihr gegenüber stand eine Bewegung, die kaum ein Heer zu nennen war.

Das Gobir-Heer griff an, im Verbund mit Truppen aus Kebbi. Das Verhältnis lag nach den Fulani-Quellen etwa eins zu zehn zu Ungunsten der Dschamāʿa; Infāq nennt 20 000 Hausa-Krieger gegenüber 2000 Fulani, ein Verhältnis, das gewiss rhetorisch gesteigert ist, das aber die generelle Underdog-Lage wiedergibt.

Und die Fulani gewannen.

Wie? Es gibt mehrere Erklärungen, und alle sollten wohl zum Teil zutreffend sein. Die Fulani-Krieger waren leichter bewaffnet, beweglicher, und sie kämpften in einem Gelände, halb bewaldet, mit Wasser in der Nähe, das ihrer Taktik aus Infanterie mit Bogenschützen besser passte als der Gobir-Reiterei. Sie hatten die Moral auf ihrer Seite, denn dies war für sie nun buchstäblich ein Kampf ums Überleben. Sie hatten eine Duʿāʾ ihres Schaichs ﵀, der nach der Überlieferung in der Nacht beim Schlachtfeld für den Sieg gebetet hatte. Und, vielleicht das Wichtigste, sie hatten einen Feldkommandanten, Abdullahi dan Fodio ﵀, der die taktischen Entscheidungen zu treffen wusste, wo die breitere Dschamāʿa gezögert hätte.

Die Schlacht dauerte einen Tag. Die Gobir-Reiterei brach an den Bogenschützenlinien der Fulani. Ihre Anführer flohen. Der Rest des Heeres wurde zerschlagen.

Für die Dschamāʿa war Tabkin Kwotto das Zeichen, dass Allah ﷻ sie nicht verlassen hatte. Der Dschihad war legitim und sollte fortgeführt werden. Anhänger, die noch gezögert hatten, strömten zu. Kleinere Herrscher in Zamfara und Kebbi, die lange auf der Schwelle balanciert hatten, erklärten sich nun offen für den Schaich ﵀.

Politisch war der Sieg noch wichtiger als militärisch. Tabkin Kwotto verwandelte die Dschamāʿa aus einer bedrohten Flüchtlingsbewegung in eine anerkannte, strategisch relevante Macht. Von diesem Augenblick an waren die Hausa-Sarkis in der Verteidigung.

Schlacht wird geladen...

Tsuntua: das Verhängnis vor den Mauern von Alkalawa

Der Sieg brachte die Versuchung mit sich, die Siege gewöhnlich mit sich bringen, und die Dschamāʿa gab ihr nach. Noch im selben Jahr wandte sie sich Alkalawa selbst zu, der ummauerten Hauptstadt Gobirs, und versuchte im November 1804, was sie noch gar nicht vermochte, nämlich eine Stadt zu nehmen. Die Bewegung war in Dörfern und im offenen Land gewachsen. Sie hatte kein Belagerungsgerät, keine Erfahrung mit Mauern, keine Zeit, eine Stadt auszuhungern. Der Sturm wurde vor den Wällen abgeschlagen.

Was darauf folgte, folgte zu rasch. Abdullahi ﵀ zog kurz nach dem gescheiterten Sturm erneut aus, diesmal gegen die Tuareg-Verbündeten, die Yunfa an sich gezogen hatte, und bei Tsuntua, einem Dorf unmittelbar vor den Mauern Alkalawas, wurde seine Streitmacht gestellt und zerschlagen.

Die Reiterei, der die Dschamāʿa nun gegenüberstand, Gobir-Kavallerie, verstärkt durch Tuareg, traf auf eine Streitmacht, die vom Sturm erschöpft war und auf offenem Feld keine Deckung hatte. Es wurde ein Gemetzel.

Die Fulani-Quellen selbst geben es zu. Muhammad Bello ﵀ schreibt in Infāq al-Maysūr, die Bewegung habe in Tsuntua zweitausend ihrer Anhänger verloren. Das ist eine ungeheure Zahl im Verhältnis zu einer Dschamāʿa, die womöglich nur einige tausend kampftaugliche Männer aufstellen konnte. Unter den Toten waren etwa zweihundert Männer, die für ihre Gelehrsamkeit und ihre Memorierung bekannt waren, und ob sie alle den ganzen Koran auswendig kannten, lässt die Überlieferung offen; der Verlust war für die Fulani-Tradition fast nicht zu tragen. Es waren Schüler dan Fodios ﵀ darunter, herausragende ṭalaba, Männer, die seine Bücher abgeschrieben hatten. Genannt werden namentlich der Oberrichter Muhammadu Sambo ﵀ und der Bannerträger Saʿadu.

In anderen Bewegungen wäre Tsuntua das Ende gewesen. Eine Niederlage dieses Ausmaßes, so früh, mit solchen Verlusten, hätte die Dschamāʿa zerfallen lassen müssen. Sie zerfiel nicht. Dass sie nicht zerfiel, ist zwei Faktoren zu verdanken.

Erstens: Die ideologische Überzeugung war fest genug, dass eine Niederlage nicht als Zeichen des Missfallens Allahs ﷻ, sondern als Prüfung gesehen wurde, die Muslime in der gesamten Dschihad-Geschichte durchgestanden hatten; man denke an die Schlacht von Uhud, die mit einer Niederlage endete und doch von weiteren Siegen gefolgt wurde.

Zweitens: Die organisatorische Struktur der Dschamāʿa war, dank dreißig Jahren ruhigen Aufbaus, tief in dörflichen Gemeinschaften über ein weites Gebiet verankert. Tsuntua war eine einzelne Schlacht. Die Dschamāʿa war kein Heer, sondern eine Bewegung. Ihr Kern saß nicht an einem Ort. Dörfer in Zamfara, in Kebbi, weiter weg in Adamawa waren längst auf den Augenblick vorbereitet, an dem sie die Hidschra tun oder sich dem Kampf anschließen müssten.

Dan Fodio ﵀ selbst arbeitete in jenen Monaten nach eigener Aussage vor allem an seiner Feder weiter. Er verfasste Wathīqat ahl al-Sūdān, einen Rundbrief an die Anhänger, in dem er die Niederlage in den größeren juristischen und spirituellen Rahmen stellte. Er ließ Abdullahi ﵀ und Bello ﵀ als tatsächliche militärische Führer das Feld halten. Und er ordnete neu.

Alkalawa hielt stand. Die Stadt, die die Dschamāʿa im November 1804 nicht hatte nehmen können, sollte erst vier Jahre später fallen.

Schlacht wird geladen...

Die Wellenbewegung: Emir-Ernennungen und die Fahne, die sich verbreitete

In den Jahren 1804 bis 1808 trat etwas Bemerkenswertes auf. Die Dschamāʿa war kein zentral geführtes Heer, das als ein Block durch das Hausaland zog. Sie war, so wie die Bewegung über dreißig Jahre der Predigt aufgebaut worden war, ein Netz lokaler Knoten. Und an jedem Knoten stand eine Fulani-Gestalt bereit, die durch den Schaich ﵀ förmlich als Amīr, als Emir, eines Gebiets eingesetzt würde.

Dan Fodio ﵀ erteilte „Fahnen". Buchstäbliche grüne Fahnen, dazu schriftliche Bayʿa-Dokumente, dazu eine juristische Vollmacht. Ein Fulani-Gelehrter, der in Kano seit Langem predigte, Ibrahim Dabo, Mallam Jamo, sollte die Fahne empfangen und in seinem Gebiet einen Aufstand gegen den Hausa-Sarki von Kano beginnen. Ein anderer, Buba Yero, sollte sie in Gombe erheben. Usman Nagwamatse sollte sie in Kontagora erheben. Modibo Adama sollte sie in Fumbina, dem späteren Adamawa, erheben.

Auf diese Weise verbreitete sich der Dschihad wie eine Welle, nicht wie ein Heer. Jede Fahne war eine lokale Revolution. Der zentrale Amīr al-Muʾminīn, dan Fodio ﵀ selbst, war kein Feldmarschall, sondern ein Murschid, ein Aussteller von Legitimation. Er blieb in oder nahe Gudu, später in Sifawa, dann in Sokoto. Er schrieb Briefe. Er erteilte Rat. Er betete.

Es ist eine Organisationsform, die in der modernen Literatur mitunter mit dem Begriff „Flag-Dschihad" bezeichnet wird. Sie hat eine besondere Eigenschaft: Sie verbreitete die Bewegung schneller, als ein traditioneller Feldzug es vermocht hätte, doch sie trug zugleich den Samen späterer innerer Fragmentierung in sich. Die Emirsgebiete wurden im Wesentlichen autonom. Sie erkannten den Khalīfa von Sokoto förmlich an; sie funktionierten in der Praxis weitgehend auf eigene Faust. Diese Struktur sollte bis tief in das neunzehnte Jahrhundert dauern, bis die britische Eroberung 1903 die ganze Föderation unter koloniale Herrschaft brachte und ironischerweise dieselbe Emirsstruktur beibehielt, nun als indirekte Verwaltung.

Alkalawa: Der Fall der Hauptstadt

Zurück im Kerndreieck Gobir-Kebbi-Zamfara erreichte der Krieg 1808 seinen Höhepunkt. Alkalawa, die Hauptstadt Gobirs, lag auf etwa 13,2° nördlicher Breite, 5,5° östlicher Länge, eine ummauerte Stadt, die wie die meisten großen Hausa-Städte innerhalb von zehn oder zwanzig Kilometern Wasser hatte, mit einem königlichen Bezirk, mit Vierteln für die ʿulamaʾ, für die Händler, für die Sklaven, für die Felder.

Yunfa hatte sich nach Tabkin Kwotto in Alkalawa zurückgezogen. Er hatte Kontakt zu Borno im Osten gesucht, dem jahrhundertealten Sultanat Kanem-Borno, und um militärische Hilfe gegen die Fulani gebeten. Mai Ahmad, der Sayfawa-Herrscher, hatte gesandt, was er senden konnte, doch Borno war in jenen Jahren selbst geschwächt und konnte kein entscheidendes Heer ins Feld bringen.

Im Lauf der Jahre 1805 bis 1807 schnürten die Fulani Alkalawa schrittweise ein. Sie belagerten sie in Phasen, sie zogen sich zurück, wenn sie mussten, sie kamen wieder. Die Stadt schwächte sich durch Lebensmittelmangel, durch das Abschneiden der Versorgungswege, durch den Wegfall der kleineren Gobir-Dörfer, die sie versorgt hatten. Für die Verteidiger wurde jede Ernte schwerer einzubringen. Für die Angreifer, die sich in der Landschaft eingerichtet hatten, wuchs die Zeit zum Vorteil.

Im Oktober 1808, nach Infāq al-Maysūr am 3. Schaʿbān 1223, was in etwa dem 24. September oder 1. Oktober 1808 entspricht, wurde der entscheidende Angriff geführt. Bello ﵀ selbst leitete die Fulani-Truppen. Nach Tagen der Belagerung wurden die Mauern gestürmt, durchbrochen, überschritten.

Yunfa kämpfte den Quellen zufolge persönlich bis zum Ende. Er starb mit der Waffe in der Hand. Seine Finger, die ihm nach dem Pistolen-Vorfall bereits genommen waren, sollten ihn in dieser letzten Schlacht nicht mehr behindert haben.

Das Gemetzel in Alkalawa war groß. Hier müssen wir ehrlich sein. Die Fulani-Quellen selbst, im Tonfall verschieden, schweigen nicht über die Zahl der Toten. Der gesamte königliche Hof wurde getötet oder gefangen genommen. Männliche Verteidiger der Stadt, die sich nicht ergaben, wurden mit dem Schwert erschlagen. Frauen und Kinder wurden zum Großteil in Sklaverei genommen, und hier galt im legitimierten Rahmen der Dschihad-Doktrin die Regel, dass Frauen und Kinder eines geschlagenen Feindes zu raqīq gemacht werden konnten, sofern die feindlichen Männer getötet waren.

Das klingt hart. Es ist auch genau, wie es nach der überlieferten Fiqh zuging. Die malikitische Fiqh erlaubte auf Autorität der großen Juristen der Schule diese Behandlung im Falle eines legitimen Dschihad gegen anerkannte Feinde. Die Fulani-Befehlshaber wandten sie an, wie die klassischen Texte sie dargelegt hatten.

Doch wir können, im Rückblick, die Frage nicht umgehen, ob die Hausa von Gobir in diese juristische Kategorie gehörten. Sie waren, die meisten von ihnen, Muslime. Sie hatten die Schahāda bekannt. Sie hatten das Salah verrichtet. Die Takfīr-Argumentation, die sie zu legitimen Zielen des Dschihad gemacht hatte, war, wie juristisch ausgeklügelt im Kitāb al-Farq aufgebaut auch immer, in ihrer Wirkung ein Vorgang, der Menschen, die wir heute ohne Zögern als Glaubensgenossen bezeichnen würden, zu Feinden erklärte.

Der Fall Alkalawas wurde von der Dschihad-Bewegung als Triumph gefeiert. Yunfa war tot. Gobir war geschlagen. Das alte System der Hausa-sarauta hatte in Gobir aufgehört zu bestehen. Auf den Trümmern sollte eine neue Ordnung errichtet werden.

Doch im Rauch von Alkalawa lag auch etwas Schwereres. Ein Reich, das mit der Zerstörung einer anderen islamischen Hauptstadt beginnt, mit den Sklavenmärkten, die in den folgenden Wochen folgen sollten, mit den Tausenden von Hausa-Frauen, die in Fulani-Haushalten eingegliedert wurden, ein solches Reich trägt diese Anfangsbedingungen mit sich. Sie sollten in einer Generation nicht abgewaschen werden.

Das Schlachtfeld jenseits der Schlacht

Es gibt eine andere Seite des Dschihad, die wir nicht übersehen dürfen, denn sie sagt uns etwas darüber, was die Bewegung zu sein versuchte.

In den eroberten Gebieten richtete die Dschamāʿa sofort eine neue Verwaltungsordnung ein. Qadis wurden ernannt, Gelehrte aus dan Fodios ﵀ eigenem Kreis oder verwandte Fulani-ʿulamaʾ, Gerichtshöfe eingerichtet, eine Scharia-gegründete Rechtsprechung wiederhergestellt. Die Märkte wurden wieder geöffnet, allerdings unter geregelten Bedingungen. Zakat wurde nach malikitischen Kriterien erhoben statt nach dem alten Jangali-System. Moscheen wurden errichtet oder renoviert. Lehrkreise begannen.

Das war, wie befleckt durch die Art der Eroberung auch immer, ein wirkliches Verwaltungsprojekt. Es war nicht bloß eine Verschiebung der Macht von einer Dynastie zur anderen. Es war ein Versuch, einen islamisch geregelten Staat in einer Region aufzubauen, in der solche Staaten seit dem Fall Songhais 1591 nur in fragmentarischer Form existiert hatten. Die Koranschule wurde zu einer primären gesellschaftlichen Einrichtung. Der Kitāb, das Buch, wurde zu einem zentralen Symbol der neuen Verwaltung. Dan Fodios ﵀ Texte wurden vervielfältigt und verbreitet.

Für muslimische Frauen in den eroberten Gebieten war die Lage zweideutig. Viele wurden versklavt. Doch für die muslimischen Frauen, die der Dschamāʿa selbst angehörten, und für freigeborene Frauen in den neuen Gebieten, war der Zugang zu Bildung größer als unter der alten sarauta. Nana Asmaʾu ﵀ baute ein Netzwerk weiblicher Gelehrter und weiblicher Lerngruppen auf, die jaji-Frauen, die islamisches Wissen von Dorf zu Dorf trugen. Das war eine spürbare, fast einzigartige Leistung in der islamischen Welt jener Zeit.

Die moralische Komplexität ist also in jeder Richtung real. Dieselbe Bewegung, die Frauen als Kriegsbeute unterdrückte, emanzipierte andere Frauen als Trägerinnen der Gelehrsamkeit. Sie war, wie jede große historische Bewegung, nicht nur eine Sache.

Eine Bewegung, die das Kamel hatte ablegen lassen

Verlangsamen wir kurz die Kamerafahrt. In unserer filmischen Begleitung heute Abend bewegen wir uns von Degel auf 13,03° N, 5,25° O nach Gudu auf 12,75° N, 4,50° O über eine Entfernung von etwa 60 Kilometern nach Nordwesten. Dann von Gudu nach Tabkin Kwotto, etwa weitere 100 Kilometer westwärts in das Kebbi-Gebiet. Dann zurück, ostwärts, in einem weiten Bogen, nach Alkalawa auf 13,2° N, 5,5° O.

Das gesamte Schauplatzgebiet des Fulani-Dschihad, die Kernregion, ohne die Satellitenemirate, erstreckt sich nicht über mehr als 200 bis 300 Kilometer in beide Richtungen. Ein Gebiet, das heute eine ordentliche Autofahrt umfasst. In den Jahren 1804 bis 1808 ein Gebiet, in dem ganze Königreiche niederknieten und eine neue Welt errichtet wurde.

Das ist das Eigentümliche der vorkolonialen afrikanischen Geschichte. Sie spielt sich in absolut betrachtet begrenzten Räumen ab, doch sie spielt sich mit einer Intensität, einem Einsatz, einer theologischen Tiefe ab, die ebenso reif ist wie das, was sich in jenen Jahren in Europa, die napoleonischen Kriege im Hintergrund, abspielt. Die Welt von dan Fodio ﵀ und Yunfa ist keine Miniatur „größerer" europäischer Weltgeschehnisse. Sie ist eine eigene vollwertige Geschichte, mit eigenen Anforderungen, eigenen Preisen.

Die Dschamāʿa-Struktur als bleibendes Erbe

Bevor wir über die Schlussbilder sprechen, halten wir bei einem Aspekt inne, der den Fulani-Dschihad als Bewegung von vielen anderen militärischen Aufständen der westafrikanischen Geschichte unterscheidet: der Dschamāʿa-Struktur selbst.

Eine Dschamāʿa, in dan Fodios ﵀ Gebrauch, ist mehr als „Gemeinschaft" im üblichen Sinn. Sie ist eine freiwillige, durch religiöse Hingabe verbundene Gemeinschaft, in der der Schaich der geistliche Mittelpunkt ist und die Mitglieder sich gegenseitig zu Beistand, zu Unterricht, zur Befolgung der Scharia und, wenn es sein muss, zur bewaffneten Verteidigung einander verpflichten.

Dieses Modell hatte schon vor 1804 bestanden, in anderen Sufi-Ordensgemeinschaften ebenso wie in früheren Fulani-Reformbewegungen (Karamoko Alfas Bewegung in Futa Jallon 1725, Sulayman Bals Bewegung in Futa Toro 1776). Was die Dschamāʿa dan Fodios ﵀ unterschied, war der Maßstab und der textliche Reichtum. Sie hatte eine ganze Bibliothek hinter sich. Sie hatte eine dynastische Struktur aus Söhnen, Brüdern, Schwiegersöhnen. Sie hatte das Dichternetz, das die Schriftunkundigen einbezog. Und sie hatte, nach 1808, einen Staat.

Dieser Staat, Sokoto, wird die nächste Szene sein. Doch die Dschamāʿa-Struktur, die ihm zugrunde liegt, sollte lange bestehen, nachdem das politische Zentrum seinen Glanz verloren hatte. Heute leben im Norden Nigerias, in Teilen Nigers, im Norden Kameruns und bis nach Mali noch Schehu-Anhänger, Menschen, die ihre Silsila auf dan Fodio ﵀ zurückführen, Yan Schehu, deren religiöse Identität untrennbar mit jener grünen Fahne von 1804 verbunden ist. Das ist keine Museumszeit. Das ist eine lebendige Tradition.

Der Kern der Sache

Bevor wir diese Szene schließen, möchte ich noch eines deutlich sagen.

Der Fulani-Dschihad war kein Krieg gegen Ungläubige. Er war ein Krieg zwischen muslimischen Gruppen, gerechtfertigt durch eine Doktrin des Takfīr gegen die Herrschaft einer anderen muslimischen Gruppe. Er wurde juristisch sorgfältig errichtet von dan Fodio ﵀ im Kitāb al-Farq. Er wurde in der Praxis unausweichlich rauer ausgeführt, als seine juristischen Rahmen es vorsahen. Er brachte eine wirkliche Reform mit sich, bessere Rechtsprechung, höhere Gelehrsamkeit, systematischere Verwaltung, und er brachte auch Blut, Sklaverei und einen strukturellen Hass zwischen Fulani und Hausa, der bis in unsere Zeit in Teilen Nordnigerias nachhallt.

Das ist kein Urteil über dan Fodio ﵀ als Person. Er war nach allen verfügbaren Anzeichen ein integrer, gelehrter, gottesfürchtiger Mann. Es ist ein Urteil darüber, was eine Dschihad-Bewegung selbst unter solcher Leitung tut, wenn sie zu den Waffen greift. Keine heilige Sache kann sich rein in den Krieg führen. Jede Sache trägt, einmal bewaffnet, das Gewicht dessen, was in ihrem Namen geschieht.

Für uns afrokaribische Muslime, die heute Abend dieser Geschichte zuhören, ist die Lehre zweifach. Erstens: Unsere westafrikanische islamische Tradition ist reif genug, ist intellektuell stark genug, um ihre eigenen Höhepunkte und ihre eigenen Schatten anzuschauen. Wir müssen sie nicht gegen Außenstehende verteidigen, indem wir vorgeben, sie sei makellos gewesen. Sie war Menschenwerk. Sie war zugleich groß und beschädigt.

Zweitens: Takfīr ist ein Wort, vor dem man sich fürchten sollte. Die Gelehrten, die es gebrauchen, entscheiden über Leben und Tod. Dan Fodio ﵀ war vorsichtig. Seine Anhänger und deren Anhänger nicht immer. Bis heute sehen wir Takfīr-Bewegungen in der muslimischen Welt, die keinen dan Fodio ﵀ als geistige Grundlage haben, die nur einen Fremdenhass mit einer islamischen Lasur überziehen. Die Lehre von 1804 lautet, dass Takfīr als Waffe, selbst wenn theologisch durch den sorgfältigsten Schaich aufgebaut, in der Praxis außer Kontrolle gerät. Diese Lehre ist 220 Jahre alt und immer noch aktuell.

Auf dem Weg nach Sokoto

Alkalawa ist gefallen. Der letzte Sarki Gobirs liegt in den Trümmern seines eigenen Palastes. Die Fahne steht, wo sie steht.

Doch eine Fahne ist kein Staat. Die nächste Frage, die dan Fodio ﵀ in den folgenden Jahren beantworten musste, war, wie aus einem erfolgreichen Dschihad eine dauerhafte islamische Verwaltung zu machen ist. Wie man die Fahnenemire unter zentraler Autorität hält. Wie man Gerechtigkeit gegenüber den freien Fulani-Hirten, gegenüber den eroberten Hausa-Bauern, gegenüber den Sklaven, gegenüber den nichtmuslimischen Grenzgemeinschaften walten lässt, die nun zu einem islamischen Staat gehören. Wie man Steuern eintreibt, Recht spricht, Bildung errichtet.

Wie man, kurz gesagt, Sokoto baut.

1809 wurde die Stadt gegründet, die dem ganzen Vorhaben ihren Namen geben sollte. Ihre Geschichte, die Errichtung des Sokoto-Kalifats, des größten vorkolonialen islamischen Reiches Afrikas, ist die nächste Szene.


Quellen

  • Muhammad Bello ﵀, Infāq al-Maysūr, der Bericht von innen, auf den die Datierung der Hidschra, die Stärke von Yunfas Reiterei und die Totenzahl von Tsuntsua zurückgehen, zitiert bei Last, pp. 23, 26, 32.
  • Usman dan Fodio ﵀, Kitāb al-Farq bayn Wilāyāt Ahl al-Islām wa Wilāyāt Ahl al-Kufr, die Anklage gegen die Hausa-Herrschaft und das Mindestmaß an Ämtern für einen muslimischen Herrscher, zitiert bei Last, pp. lxviii, 57; Hiskett, p. 106.
  • Usman dan Fodio ﵀, Wathīqat Ahl al-Sūdān, das Rundschreiben, das um die Hidschra verbreitet wurde und die Pflicht eines Amīr al-Muʾminīn festlegt, zitiert bei Last, pp. 16, 46; Sulaiman, pp. 203, 208.
  • Murray Last, The Sokoto Caliphate, Longmans, Green and Co, London 1967, pp. lxviii, 16, 23–24, 26–28, 31–32, 39, 41, 46, 53–54, 57, 66–67.
    • pp. 16, 23–24, 46: die um die Hidschra verbreitete Wathīqa; die Hidschra nach Gudu, dreißig Meilen von Degel, am 10. Dhu al-Qaʿda 1218 (Dienstag, 21. Februar 1804) nach Bello ﵀ und Abdullahi ﵀; die Wahl des Schaichs ﵀ zum Imam, mit der Huldigung zuerst durch Abdullahi ﵀ und dann durch Bello ﵀, sein anfängliches Zögern und seine fünfzig Jahre, während die Augenzeugen den Titel selbst nicht nennen; die Titel Amīr al-Muʾminīn und Khalīfa.
    • pp. 26–28: Yunfas Heer, nicht besonders groß, mit nach Bello ﵀ hundert schweren Reitern; die Muslime in der Minderheit und auf ihre Bogen angewiesen, gedeckt durch den See und begünstigt durch bewaldetes Gelände und höhere Moral, mit dem Schaich ﵀, der für sie betete; die Flucht der Gobirawa am Donnerstag, dem 21. Juni 1804; beide Heere ethnisch gemischt; der Zulauf der Sullebawa und der Emire von Mafara, Burmi und Donko nach Kwotto.
    • pp. 31–32: die Tuareg auf der Seite Gobirs; Alkalawa, das erst beim vierten Versuch fiel; der Gegenangriff bei Tsuntsua, zwei Meilen von der Hauptstadt, im Ramadan des Dezember 1804, mit nach Bello ﵀ etwa zweitausend Toten, von denen zweihundert den Koran auswendig kannten, darunter der Imam Muhammad Sambo ﵀; Bello ﵀ krank und Abdullahi ﵀ verwundet; das Bornu-Kontingent, das 1808 in Alkalawa gestanden haben soll.
    • pp. 39, 41: der Fall von Alkalawa am 3. Oktober 1808 und der Tod des Sultans; die Stadt, die nicht völlig zerstört wurde und im Jahr darauf einen Verwalter erhielt; der Fall von Zaria drei Monate später; Sokoto als Hauptquartier Bellos ﵀ ab dem Herbst 1809.
    • pp. lxviii, 53–54, 57, 66–67: die Anführer aus anderen Teilen Hausalands, die mit einer vom Schaich ﵀ gesegneten Fahne nach Hause geschickt wurden; die Liste Bellos ﵀ von 1812 mit Sulaiman für Kano, Yaʿqub ﵀ für Bauchi und Buba Yero, und die Liste Gidados ﵀ mit Adama; die Anklage und die Ämter der Kitāb al-Farq; die Klage Abdullahis ﵀ über die neue Gemeinschaft bis hin zu den Verkäufern freier Menschen auf dem Markt; die Gesetzlosigkeit, die vor allem die unterworfenen Hausa traf.
  • Mervyn Hiskett, The Sword of Truth: The Life and Times of the Shehu Usuman dan Fodio, Oxford University Press, New York 1973, pp. 14, 73–74, 83, 86–90, 96–97, 99–100, 106, 108, 141.
    • pp. 73–74: der Aufbruch nach Gudu mit vorausgeschickter Bibliothek; der Treueid in Gudu, mit Abdullahi ﵀ unter den Kandidaten und dem zögernden Schehu ﵀ von fünfzig Jahren, der Befehlshaber eines aufständischen Heeres wurde.
    • pp. 83, 86–89: die Feldkommandanten Bello ﵀, Abdullahi ﵀, Aliyu Jedo und Namoda; die Reiterei Gobirs, die Fulani-Bogenschützen und die Musketiere Gobirs; die Einnahme von Matankari und Konni; der Vormarsch Gobirs im Juni 1804; Abdullahi ﵀, der den Kampf am See von Kwotto wählte, das Morgengebet in Gurdam, die Flucht der Gobirawa gegen Mittag und Yunfas Flucht entlang der Rima.
    • pp. 90, 96–97: Tsuntsua im Ramadan 1219 (Dezember 1804) während der Einschließung von Alkalawa, mit vielen bekannten Gelehrten unter den Toten; Fafara als entscheidende Schlacht; Alkalawa, das fast zwei Jahre standhielt, bevor drei Kolonnen es im Schaʿban 1223 (Oktober 1808) erstürmten, wobei Yunfa in seinem Palast fiel; die Briefe an die Gemeinschaften von Katsina, Kano und Daura, ihr Treueid und die nahe Ankunft des Mahdi.
    • pp. 99–100, 141: die Fahnenträger Mallam Dendo in Nupe, Buba Yero in Gombe und Yakubu ﵀ in Bauchi; Zaria, Hadejia und Adamawa unter Fulani-Emiren; die Teilung von 1812; die Dschihad-Pflicht, die den Sklavenfang legitimierte, auf dem die Emirate wirtschaftlich beruhten.
    • pp. 14, 106, 108: die Frauen der besiegten Hausa als Kriegsbeute und die Vorwürfe des Schehu ﵀; der Schehu ﵀, der aufständische Muslime mit heidnischen Verbündeten zu Ungläubigen erklärte, wogegen Abdullahi ﵀ Einspruch erhob; die britische Eroberung von 1903.
  • Ibraheem Sulaiman, The African Caliphate: The Life, Works and Teaching of Shaykh Usman dan Fodio, The Norwich Press, 2008, pp. 190–191, 203, 208, 210–212, 219, 226.
    • pp. 190–191, 203, 208: die Hidschra am 10. Dhu al-Qaʿda 1218; der Brief Yunfas und die Bedingungen des Schehu ﵀; der Schehu ﵀, der als Amīr al-Muʾminīn die Fahne hisste; die Wathīqa als Manifest in siebenundzwanzig Punkten, mit dem Verbot, freie Muslime zu versklaven.
    • pp. 210–212, 219, 226: Tabkin Kwatto am Donnerstag, dem 12. Rabiʿ al-Awwal 1219 (21. Juni 1804), unter dem Befehl Abdullahis ﵀, mit etwa hundert gepanzerten Gobirawa gegenüber höchstens zwanzig Reitern auf muslimischer Seite, in den Worten Bellos ﵀; der Vergleich mit Badr durch Abdullahi ﵀; Tsuntsuwa als das Uhud der Gemeinschaft, mit mehr als zweitausend Toten, darunter zweihundert Huffaz, der Oberrichter und Imam Muhammad Sambo ﵀ und der Fahnenträger Saʿad; der gemeinsame Angriff auf Alkalawa im fünften Jahr unter Bello ﵀, bei dem Yunfa fiel.
  • R. A. Adeleye, Power and Diplomacy in Northern Nigeria 1804–1906: The Sokoto Caliphate and Its Enemies, Humanities Press, New York 1971 (Ibadan History Series), pp. 3, 14, 23–25, 28, 31, 46.
    • pp. 3, 14, 23–25: ein Gebiet von etwa 250.000 Quadratmeilen; der Auszug vom 21. Februar 1804 als Hidschra; zwei Monate Zulauf nach Gudu und die abgelehnten Friedensvorschläge Yunfas; die Einsetzung zum Amīr al-Muʾminīn mit der Bayʿa; Matankari, Konni und Tabkin Kwotto zwischen April und Juni 1804 und der Vergleich mit Badr; der gescheiterte Sturm auf Alkalawa Ende 1804 und Tsuntsua mit zweitausend Toten; Alwasa; der Fall von Alkalawa beim vierten Versuch im Oktober 1808; Sokoto 1809 von Bello ﵀ erbaut.
    • pp. 28, 31, 46: die Fahnen als Zeichen der Autorität des Schaichs ﵀; der Fall von Kano 1807; Buba Yero, Yaʿqub ﵀ und Adama mit Fahnen für Gombe, Bauchi und Adamawa; die ersten Emire, die den Schaich ﵀ persönlich kannten oder bei ihm studiert hatten.
  • Jean Boyd, The Caliph’s Sister: Nana Asma’u 1793–1865, Teacher, Poet and Islamic Leader, Frank Cass, London 1989, pp. 13, 23, 51–52: die Schlacht vom 21. Juni 1804, während der Schehu ﵀ mit den Frauen und Kindern in Gudu blieb; die Schlachtordnung Bellos ﵀ vor Alkalawa 1808 und der Tod Yunfas mit seiner Leibwache; die Jajis und die Yan-taru von Nana Asma’u ﵀.
  • Sylviane A. Diouf, Servants of Allah: African Muslims Enslaved in the Americas, 15th anniversary edition, New York University Press, New York 2013, pp. 44, 53: die Theokratie Karamoko Alfas ﵀ in Futa Jallon 1725; das Kalifat, das hundert Jahre bestand, bis die Briten kamen.