Was ein Mansa baut, nachdem er zurückgekehrt ist
Eine Hadsch ist ein Augenblick. Ein Vermächtnis ist eine Generation. Zwischen 1325 und seinem Tod um 1337 errichtet Mansa Musa eine Infrastruktur, von der Westafrika noch jahrhundertelang zehren sollte.
Rückkehr mit einem Architekten
Beginnen wir beim Kamel. Denn das Bild, mit dem wir arbeiten müssen, ist dieses: eine Karawane, die Mali Ende 1325 oder Anfang 1326 erneut betritt, weit schwerer als bei der Abreise. Nicht an Gold, denn das meiste Gold ist in Kairo, Medina und Mekka zurückgeblieben. Schwerer an Büchern, an Ulama, an einer kleinen Gruppe ägyptischer und andalusischer Handwerker, und an einem Mann im Besonderen: Abu Ishaq as-Sahili ﵀, Dichter, Architekt, vermutlich auch Jurist, geboren in Granada, in Mekka begegnet, gekauft für ein Vermögen an Mithqal Gold.
Dies ist der Augenblick, in dem die Hadsch aufhört, ein Ereignis zu sein, und beginnt, eine Investition zu werden. Musa hatte Mali elf Jahre regiert, ehe er aufbrach. Er regierte nach seiner Rückkehr noch zehn bis zwölf Jahre, je nachdem, wann man seinen Tod ansetzt (die Quellen geben 1332 bis 1337 an). In diesen Jahren ließ er, in einer Weise, wie man es bei Herrschern selten findet, den einen großen Augenblick in eine lange, geduldige bauliche Verwandlung seines Reiches münden.
Du musst dir vorstellen, was dies für eine Stadt wie Timbuktu bedeutete. Vor der Hadsch war Timbuktu eine Handelsstation. Eine Zwischenstation zwischen dem Niger-Hafen bei Kabara und den Wüstenrouten nach Taghaza. Ein Ort der Kaufleute, der Salzmärkte, der Tuareg-Karawanen, die kamen und gingen. Nicht unbedeutend, aber auch nicht das Zentrum von etwas. Nach Musas Rückkehr ist Timbuktu eine Stadt im Werden. Freitagsmoschee. Palast. Madrasa. Bibliothek. Scholarium. Kurz: der Keim dessen, was binnen eines Jahrhunderts die islamische intellektuelle Hauptstadt Westafrikas werden sollte.
Die Djinguereber-Moschee
Die Djinguereber ist das ikonische Bauwerk. Halten wir kurz bei ihr inne.
Als as-Sahili ﵀ mit Musa in Timbuktu eintraf, gab es bereits eine kleine Freitagsmoschee. Schlicht, aus lokalem Lehm, mit Palmholzträgern. Musa gab den Auftrag zu etwas anderem. Nicht schlicht. Nicht lokal im Sinne von improvisiert. Etwas, das die Tradition der westafrikanischen Lehmarchitektur mit der Verfeinerung verbinden sollte, die as-Sahili ﵀ aus Granada und Kairo kannte.
Die Djinguereber, das Wort kommt aus dem Songhai und bedeutet etwa die große Moschee, wurde aus Lehm errichtet, mit hölzernen Trägern, in einem Entwurf, der den quadratischen Sahn (Innenhof) mit einem erhöhten Mihrab-Turm verband. Das Minarett erhielt die kennzeichnende pyramidenförmige Gestalt mit hervorstehenden Holzbalken, die as-Sahili ﵀ aus der berberischen Baukunst Südmarokkos übernahm. Diese Balken dienen nicht nur der Verzierung; es sind dauerhafte Gerüste, auf denen die Restauratoren die Lehmschicht jährlich ausbessern können. Das ist kluge Architektur. Das ist ein Gebäude, das so entworfen ist, dass es in einem Klima erhalten werden kann, in dem Regen, Staub und Termiten jede Bausubstanz angreifen.
Die Tarikh al-Sudan, geschrieben von Abderrahman as-Saʿdi ﵀ im Jahr 1655, beschreibt den Bau und schreibt ihn ausdrücklich as-Sahili ﵀ und Musas Auftrag zu. Die Tarikh al-Fattash, eine andere Chronik des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts, bestätigt dies. Beide Quellen stammen aus Timbuktu selbst und haben Zugriff auf Hofregister, die inzwischen verloren gegangen sind; sie sind für uns der unmittelbarste Zugang zu dieser Bauphase.
Die Djinguereber steht noch. Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist nach beinahe sieben Jahrhunderten noch immer als Freitagsmoschee in Gebrauch. Jedes Jahr nach der Regenzeit kommt die Gemeinschaft Timbuktus zusammen, um die Lehmschichten auf jenen hölzernen Balken auszubessern, die as-Sahili ﵀ einst in den Entwurf eingefügt hatte. Das ist kein Museum. Das ist ein lebendiges Bauwerk.
Die Stadt hinter der Moschee
Doch die Moschee allein genügte nicht. Musa ließ in der Nähe der Djinguereber einen Palast errichten, der Madugu genannt wurde, ein Mandé-Begriff für das Residenzgebäude einer bedeutenden Persönlichkeit. Der Palast war nicht seine eigentliche Residenz, Niani blieb die politische Hauptstadt, Malis Kernland lag im Süden, doch er war seine Operationsbasis im Norden, der Ort, von dem aus er regieren konnte, wenn er die transsaharischen Angelegenheiten lenkte.
Diese Konstellation, Niani als politisches Zentrum, Timbuktu als kulturelles und Handelszentrum, war kein Zufall. Sie war eine bewusste Aufgabenteilung. Niani blieb Mandé, blieb klan-gebunden, blieb der Ort, an dem die Gbara zusammenkam. Timbuktu wurde etwas Neues: eine islamische, kosmopolitische Stadt, offen für Kaufleute aus Fes und Kairo, für Ulama aus Tlemcen und Tunis, für Tuareg-Händler aus Taghaza. Die beiden Städte ergänzten einander, statt miteinander zu konkurrieren.
Rund um die Djinguereber und den Palast wuchs die Stadt organisch. Die südlichen Viertel füllten sich mit berberischen Kaufleuten. Die nördlichen Viertel mit Songhai-Fischern, die vom Fluss lebten. Ein eigenes Wangara-Viertel für die Soninke-Händler, welche die Goldlinien nach Bambuk und Bure beherrschten. Im Osten entstand später das Sankoré-Viertel, was uns zum wichtigsten Teil des Vermächtnisses bringt.
Die Sankoré und das intellektuelle Projekt
Sankoré war ursprünglich eine Freitagsmoschee, die von einer wohlhabenden Mandinka-Frau gestiftet worden war, möglicherweise schon vor Musas Hadsch. Doch unter Musa und vor allem unter seinen Nachfolgern wurde die Sankoré mehr: sie wurde eine Dschamiʿa, eine Universität im klassischen islamischen Sinn des Wortes. Keine Universität mit Gebäuden und Fakultäten, wie wir sie uns heute vorstellen, sondern ein Netzwerk von Gelehrten, die rund um die Moschee wohnten, Halqas (Lehrkreise) im Schatten ihrer Mauern hielten, in eigenen Bibliotheken Manuskripte herstellten und Studenten von Fes bis Kano anzogen.
Im sechzehnten Jahrhundert, unter Askia Muhammad, soll die Sankoré nach manchen Schätzungen auf ihrem Höhepunkt bis zu 25.000 Studenten unterhalten haben, wobei die Gesamtbevölkerung Timbuktus um die 100.000 lag. Diese Zahlen sind umstritten, die Bevölkerungsgröße vormoderner afrikanischer Städte ist schwer zu schätzen, doch die Größenordnung spricht für sich. Das war keine Provinzuniversität. Das war eine Einrichtung, die sich mit al-Qarawiyin in Fes, mit al-Azhar in Kairo, mit az-Zaytuna in Tunis messen konnte.
Und das Fundament wurde unter Mansa Musa gelegt. Er finanzierte Stipendien für lokale Studenten, die nach Fes und Kairo reisten, um dort zu studieren und zurückzukehren. Er baute Bibliotheken, um ihre Bücher zu beherbergen. Er zahlte Gehälter an die ersten Ulama, die mit seinem Gefolge aus Ägypten nach Timbuktu gereist waren. Und vor allem: er setzte die Madhhab der Malikiten endgültig als die vorherrschende Rechtsschule Malis fest, wodurch Westafrika intellektuell an das gesamte maghrebinische und andalusische rechtlich-theologische Ökosystem angeschlossen wurde.
Die malikitische Wahl
Diese Wahl verdient eigene Aufmerksamkeit. Mali hätte sich im Grundsatz für eine andere Madhhab entscheiden können. Die hanafitische Schule war im mamlukischen Sultanat, das Musa besucht hatte, vorherrschend. Die schafiitische Schule war in Teilen Arabiens und Ostafrikas stark. Warum die malikitische?
Drei Gründe. Erstens: praktisch. Die transsaharischen Handelsnetze, über die der Islam Westafrika erreicht hatte, verliefen über berberische Kaufleute, die fast ausnahmslos Malikiten waren. Marokko und al-Andalus waren malikitisches Gebiet. Ein Mansa, der seinen Staat malikitisch machte, brachte sein Rechtssystem mit dem seiner wichtigsten Handelspartner in Einklang.
Zweitens: intellektuell. Die malikitische Schule, von Imam Malik ibn Anas ﵀ in Medina gegründet, maß ʿAmal Ahl al-Madina, der Praxis der Bewohner Medinas, als Rechtsquelle besondere Bedeutung bei. Dies verlieh der Schule eine Verwurzelung in Gemeinschaftskonventionen, die gut zur Mandé-Tradition der Kouroukan Fouga passte. Recht entstand nicht aus dem Nichts; Recht entsprang dem, wie eine Gemeinschaft lebte. Musa erkannte diese Übereinstimmung und baute auf ihr auf.
Drittens: Verfügbarkeit. As-Sahili ﵀ war Malikit. Die Ulama, die Musa aus Kairo und dem Maghreb anwarb, waren Malikiten. Die Bücher, die er kopieren und in Timbuktu aufbewahren ließ, al-Muwattaʾ, al-Mudawwana al-Kubra von Sahnun ibn Saʿid ﵀, die Kommentare des Ibn Abi Zayd al-Qayrawani ﵀, waren malikitisch. Das Ökosystem, das Musa importierte, war malikitisch. Der Staat wurde dadurch, folgerichtig und unausweichlich, ebenfalls malikitisch.
Diese Wahl ist bis heute sichtbar. Mali, Senegal, Mauretanien, Guinea, der weit überwiegende Teil des islamischen Westafrika: malikitisch. Dies ist das unmittelbare Vermächtnis dessen, was Musa nach seiner Hadsch beschloss.
Die Goldwirtschaft nach der Hadsch
Halten wir kurz bei einem Missverständnis inne. Man könnte meinen, Musas Freigebigkeit in Kairo habe Mali heruntergewirtschaftet. Das ist nicht geschehen. Im Gegenteil.
Malis Goldförderung in Bambuk und Bure war so reichlich, dass selbst eine Ausgabe wie die Hadsch nur ein Bruchteil des Jahresertrags war. Quellen wie al-ʿUmari ﵀ und später Ibn Battuta ﵀ nennen Zahlen, die schwer zu deuten sind, aber durchweg hoch bleiben. Der moderne Historiker Nehemia Levtzion schätzt, dass Mali im frühen vierzehnten Jahrhundert zwischen einer und drei Tonnen Gold pro Jahr förderte, gut für mindestens die Hälfte der damaligen Weltproduktion.
Musas Freigebigkeit zerstörte keinen Wohlstand. Sie kommunizierte Wohlstand. Und diese Kommunikation hatte einen umgekehrten Effekt, den er wahrscheinlich vorausgesehen hatte: nach seiner Hadsch strömten Händler aus Ägypten, dem Maghreb und al-Andalus nach Mali. Sie wollten das Gold an der Quelle kaufen. Sie brachten Textilien, Bücher, Waffen, Luxusgüter, Pferde. Die Handelsbilanz wurde nur noch günstiger. Das Gold, das er in Kairo zurückgelassen hatte, kehrte in Form von Investitionen, Handwerkern und intellektuellem Kapital zurück. Das war Makroökonomie avant la lettre.
Was Ibn Battuta sah
Etwa dreißig Jahre nach Musas Tod, im Jahr 1352, besuchte Ibn Battuta ﵀ Mali. Mansa Sulayman, Bruder und Nachfolger Musas, regierte damals. Was Ibn Battuta ﵀ in seiner Rihla beschreibt, ist eine geordnete, gelehrte und sichere Gesellschaft. Er lobt die Gebetsroutine in Niani: gefüllte Freitagsmoscheen, Kinder, die den Koran auswendig lernen und nicht essen dürfen, bevor sie ihren Abschnitt memoriert haben, Qadis, die malikitisches Recht anwenden, Gastfreundschaft für Reisende.
Er ist auch kritisch. Mansa Sulayman ist sparsam, wo Musa freigebig war. Manche Hofbräuche findet er islamisch fragwürdig: Frauen, die ohne Schleier am Hof erscheinen, dichterische Tänzer, die vor dem Mansa auftreten. Er reibt sich über einige Gebräuche die Augen. Doch die Grundstruktur, dass dies ein islamisches Reich ist, dass es Ulama gibt, dass es eine Rechtsordnung gibt, dass Freitagsgebete verrichtet werden, steht nicht zur Debatte. Das ist Musas Vermächtnis, sichtbar vor den Augen eines Reisenden, der von Marokko bis China gereist war und somit gut vergleichen konnte.
Die Rihla ist im Übrigen eine zweischichtige Quelle: was er persönlich sah, ist die erste Schicht, was er später durch Reisende hinzufügte, die zweite. Für Mali war er Augenzeuge, und das verleiht seinem Bericht Gewicht.
Der Diaspora-Faden, erneut
Die Sankoré-Bibliotheken Timbuktus enthielten gegen das achtzehnte Jahrhundert Hunderttausende von Manuskripten. Sie befinden sich heute zum Teil in der Ahmed-Baba-Bibliothek, zum Teil in Familiensammlungen, zum Teil, leider, von Ansar Dine im Jahr 2013 während der dschihadistischen Besetzung Nordmalis verbrannt. Ein Teil ist gerettet worden, ein Teil war bereits zuvor nach Bamako in Sicherheit gebracht worden.
Diese Manuskripte sind nicht nur arabisch. Es gibt Texte in Adschami, arabischer Schrift für Mandé, Fulfulde, Hausa, Songhai. Es gibt eine schriftliche Tradition in Westafrika, die unmittelbar auf das zurückgeht, was Musa möglich gemacht hat. Für uns mit afrokaribischen Wurzeln ist das wichtig: die Vorfahren, die über die Mittlere Passage in die Karibik gebracht wurden, kamen zum Teil aus Regionen, die schriftkundig waren, die Koran-Schulen kannten, die Ulama hatten. Dass Suriname eine große Marronage-Bevölkerung mit Inseln islamischen Brauchs hat, dass trinidadische Muslime mit westafrikanischen Wurzeln auf Wangara-Handelslinien zurückgehen können, dass manche unserer Großeltern Namen tragen, die geradewegs aus dem mit dem Islam gekommenen Mandé abstammen, all dies ist kein abgerissener Faden. Es ist ein unterbrochener Faden, der mit Geduld und Forschung wieder aufgenommen werden kann.
Mansa Musas Vermächtnis ist in diesem Sinn auch unser Vermächtnis. Nicht in unmittelbarer Blutlinie, nicht mit dem Anspruch auf Eigentum, sondern als Teil des Gewebes, aus dem ein Teil unserer Familie hervorgegangen ist.
Die Ulama-Infrastruktur
Ein Vermächtnis in Steinen ist sichtbar. Ein Vermächtnis in Menschen bleibt unsichtbar bis zu der Generation, in der es Frucht trägt. Musa investierte in beide.
Denke daran, was Ulama-Infrastruktur im vierzehnten Jahrhundert bedeutet. Es bedeutet: Qadis, die in Städten eingesetzt sind, Gehälter aus der Staatskasse, juristische Zuständigkeit für islamische Angelegenheiten. Es bedeutet: Muftis, die Fatwas in schriftlicher Form ausgeben können, die von Mali-Händlern in fernen Regionen als juristisch gültig anerkannt werden. Es bedeutet: Khatibs, die Freitagspredigten halten, Muezzins, die zum Adhan rufen, Imame, die das Gebet leiten. Jede dieser Rollen erfordert Ausbildung, und Ausbildung erfordert Schulen, und Schulen erfordern Gehälter, Bücher, Gebäude.
Musa finanzierte all dies. Nicht als Wohltätigkeit, sondern als Staatspolitik. Die Ulama wurden Teil der Verwaltungsstruktur Malis, nicht als gesonderte geistliche Klasse, die gelegentlich beratend hinzugezogen wurde, sondern als feste Funktionsträger des Staates. Dies ist etwas, das in Europa erst im siebzehnten Jahrhundert, in anderen islamischen Reichen schon früher institutionalisiert wurde. Mali tat es im vierzehnten.
Ein anschauliches Beispiel. Die Tarikh al-Sudan berichtet uns von einer Familie namens Aqit, die aus Marokko stammte und unter Musa oder kurz darauf nach Timbuktu eingewandert war und dort Generation für Generation Qadis und führende Gelehrte hervorbrachte. Der bekannteste Spross ist Ahmad Baba ﵀, geboren 1556, der im sechzehnten Jahrhundert zu einem der größten islamischen Gelehrten seiner Zeit wurde. Ahmad Baba ﵀ verfasste über siebzig Werke, darunter Nayl al-ibtihaj, eine biographische Sammlung malikitischer Gelehrter. Die Familie Aqit ist ohne Musas ursprüngliche Politik undenkbar.
Das ist das eigentliche Vermächtnis. Nicht das Gold. Nicht die Moschee an sich. Sondern das Ökosystem, das einer Klasse von Gelehrten Beschäftigung, Status und Mittel verschaffte, welche Westafrikas islamische Identität für Jahrhunderte verankern sollte.
Die Wangara-Netzwerke
Es gibt noch etwas, bei dem wir kurz innehalten müssen, ehe wir Musas Ende besprechen: die Wangara-Netzwerke.
Die Wangara, ein Begriff, der abwechselnd für die Soninke, für die mandinkische Handelskaste oder für eine bestimmte Berufsgruppe muslimischer Kaufleute gebraucht wird, bildeten im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert das logistische Skelett der malischen Wirtschaft. Sie waren es, die die Goldkarawanen organisierten, die Kredite gewährten, die arabische Korrespondenz mit Kollegen-Kaufleuten in Fes und Kairo führten.
Unter Musa erhielten die Wangara etwas, was sie zuvor nicht in gleichem Maße besessen hatten: staatlichen Schutz für ihre Handelsaktivitäten bis an die Ränder des malischen Einflussgebietes. Der Mansa investierte in die Sicherheit der Karawanen. Er verhandelte mit Tuareg-Stämmen über Zölle. Er gründete regionale Garnisonen in der Nähe von Handelsknotenpunkten. Mit anderen Worten: er sorgte dafür, dass das Wangara-Netzwerk funktionieren konnte, ohne dass jede Karawane Gefahr lief, gänzlich zu verschwinden.
Die Folge war, dass sich die Wangara in den Jahrhunderten nach Musa ausbreiteten. In die Hausa-Städte, Kano, Katsina, Zaria, wo sie als Dyula-Händler bekannt werden sollten. In das Waldgrenzgebiet im Süden, wo sie Kolanüsse gegen Gold tauschten. In das spätere Aschanti-Gebiet, wo ihre Anwesenheit zur Islamisierung von Teilen des heutigen Ghana beitrug. Diese friedliche, handelsgetriebene Diaspora war eine unmittelbare Folge der stabilen Infrastruktur, die Musa geschaffen hatte.
Und diese Diaspora, die für uns von Belang ist, lief schließlich in die atlantische Welt hinein. Muslimische Afrikaner, die als Sklaven verkauft wurden, Ayuba Suleiman Diallo, bekannt unter dem Namen Job ben Solomon, aus einer Fulani-Familie aus Bundu; die zahlreichen Fulani- und Mandinka-Sklaven, die auf jamaikanischen, trinidadischen und surinamischen Plantagen ihr Gebet verrichteten; bekannte historische Gestalten wie Omar ibn Said, der in North Carolina eine Autobiographie auf Arabisch schreiben sollte, sie kamen aus Netzwerken, deren Wurzeln auf das Wangara-System zurückzuführen sind, das unter Musa gedieh.
Dies ist ein Faden, der bis in unsere eigene Geschichte reicht. Nicht unmittelbar, nicht klagend, doch tatsächlich.
Wie es mit dem Mann selbst endete
Musa stirbt um 1337. Die Quellen weichen über das Jahr voneinander ab, manche nennen 1332, manche 1337, doch die geläufigste Rekonstruktion setzt seinen Tod auf 1337 an. Er war dann etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre Mansa gewesen. Sein Sohn Maghan I. folgte ihm nach, und danach sein Bruder Sulayman.
Der Bau der Djinguereber ist wahrscheinlich noch zu seinen Lebzeiten vollendet. Die Madrasen, die er stiftete, funktionieren. Die malikitische Schule ist festgelegt. Die Bücher sind kopiert. Timbuktu ist eine Stadt. Gao ist um eine Freitagsmoschee reicher. Niani ist noch immer das Zentrum der Macht.
Und dann stirbt er, und es beginnt jene Frage, die jedes Reich nach seinem größten Erbauer beantworten muss: Kann all dies bestehen bleiben ohne ihn?
Was ein Vermächtnis wert ist
Das war kein König, der auf seinem Thron Gold zählte. Das war ein Erbauer. Er errichtete Moscheen, die sieben Jahrhunderte später noch stehen. Er errichtete ein Rechtssystem, das in Westafrika bis heute vorherrschend ist. Er errichtete eine Stadt, die so berühmt wurde, dass Europäer sie als Metapher für das Unerreichbare verwendeten, „weiter als Timbuktu". Er errichtete eine intellektuelle Tradition, deren Manuskripte noch immer studiert werden. Er errichtete ein Bild Westafrikas in der islamischen Weltvorstellung, das nicht mehr verschwinden sollte.
Das war kein primitives Dasein. Das war eine durchdachte Zivilisation. Und Mansa Musa war, um Ibn Kathirs Worte ein letztes Mal zu wiederholen, al-Malik al-Aschraf, der erhabene König. Nicht weil er Gold besaß. Weil er wusste, was er damit zu tun hatte.
Doch kein Reich währt ewig. Das Vermächtnis Musas sollte sich unter seinen Nachfolgern nicht ohne Schaden behaupten können.
Quellen
- Shihab ad-Din al-Umari ﵀, Masalik al-absar fi mamalik al-amsar: die malikitischen Rechtsgelehrten, die Musa in sein Land brachte, darunter der granadinische Dichter Abu Ishaq Ibrahim as-Sahili ﵀, zitiert bei Gomez, p. 121.
- Ibn Khaldun ﵀, Kitab al-ʿIbar: Musas fünfundzwanzig Regierungsjahre, die Nachfolge durch seinen Sohn Magha und seinen Bruder Sulayman, und der verputzte Kuppelbau, den as-Sahili ﵀ für ihn errichtete, zitiert bei Gomez, pp. 138, 145.
- Ibn Battuta ﵀, Rihla: der Besuch in Mali 1352–1353 unter Mansa Sulayman, die vollen Freitagsmoscheen, die Kinder, die den Koran auswendig lernen, der Geiz Sulaymans und die unbedeckten Frauen am Hof, zitiert bei Gomez, pp. 141, 147, 158, 160, und bei Hunwick, p. 11.
- Tarikh al-Fattash, Mahmud Kaʿti ﵀ zugeschrieben: die Moscheen, die Musa auf dem Rückweg von der Hajj errichten ließ, zitiert bei Hunwick, p. 10.
- Ahmad Baba ﵀, Nayl al-ibtihaj bi-tatriz al-dibaj, vollendet 1004/1596 im Exil in Marrakesch, zitiert bei Gomez, p. 175.
- Michael A. Gomez, African Dominion: A New History of Empire in Early and Medieval West Africa, Princeton University Press, Princeton 2018, pp. 32, 100, 104, 106, 121–122, 124–125, 138, 141, 145, 147, 150, 154, 156, 158, 160, 175, 284.
- pp. 121–122, 125: die Bücher über malikitisches Recht und die malikitischen Rechtsgelehrten, die Musa mitbrachte, darunter as-Sahili ﵀, auch at-Tuwaijin genannt; die zurückkehrende Karawane als gemischte Schar von Äthiopiern, Arabern, Andalusiern und Türken; die Hajj als prägende Periode der politischen und kulturellen Umgestaltung Westafrikas; die Rückkehr nach Mali um 726/1326.
- pp. 124, 138: der Bau der Djinguereber, der Großen Moschee von Timbuktu, mit ihrem Minarett; der Islam als das wichtigste Instrument der Herrschaft; Ibn Khaldun ﵀ über den Auftrag an as-Sahili ﵀ für einen verputzten quadratischen Bau mit Kuppel.
- pp. 156, 158: die sudanischen Gelehrten, die auf Befehl von al-hajj Musa in Fes studierten, als Beginn seines Programms; der Auftrag zur Djinguereber im Dienst von Islam und Staat zugleich; Ibn Battuta ﵀ über die voll besetzte Freitagsmoschee und die Kinder, die in Fesseln blieben, bis sie den Koran auswendig konnten.
- pp. 141, 147, 160: der Aufenthalt Ibn Battutas ﵀ in Mali von Juli 1352 bis Februar 1353; Sulayman als geiziger König, gemessen an dem, was Musa Fremden geschenkt hatte; die Missbilligung der Frauen, die unbedeckt vor dem Sultan erscheinen.
- pp. 145, 150: die fünfundzwanzig Regierungsjahre, 1312–1337, nach Ibn Hajar ﵀ und Ibn Khaldun ﵀; die Nachfolge durch Magha und danach durch Musas Bruder Sulayman; Musas Tod um 737/1337 und Sulaymans um 761/1360.
- pp. 100, 104, 106: Ibn Kathir ﵀ über al-Malik al-Ashraf Musa; die zwölf Jahre zwischen Thronbesteigung und Kairo; die Schätzung von vier Tonnen Gold jährlich aus Bure und einer halben Tonne aus Bambuk.
- pp. 32, 154: Wangara, Wankara und Wanqara als Namen der Jula-Kaufleute; Fernandes über die Jula, denen der Wohlstand von Djenné zugeschrieben wird.
- pp. 175, 284: der Nayl al-ibtihaj von Ahmad Baba ﵀; der malikitische Lehrkanon, die Muwatta von Malik ibn Anas ﵀, die Mudawwana von Sahnun ﵀ und die Risala von Ibn Abi Zayd al-Qayrawani ﵀.
- John O. Hunwick (Übers.), Timbuktu and the Songhay Empire: al-Saʿdi’s Taʾrikh al-sudan down to 1613 and other contemporary documents, Brill, Leiden 2003 (2. Aufl.; 1. Aufl. 1999), pp. lviii, lx, 10–11, 30–31, 49–50, 88, 390.
- pp. 10–11 (TS Kap. 3): die zwanzigtausend Mithqal an Almosen in den beiden heiligen Städten; die Moschee mit Mihrab vor Gao; der Palast in Timbuktu, madugu genannt; das Minarett der Großen Moschee, das Kankan Musa zugeschrieben wird; das Grab von Abu Ishaq as-Sahili ﵀ in Timbuktu.
- pp. 30–31 (TS Kap. 7): Jingere-ber als Songhay-Name der Großen Moschee; das Wachstum Timbuktus bis zum Bau der Großen Moschee und der Sankore-Moschee; die Chronik, geschrieben zwischen 1064/1653 und 1066/1656.
- pp. lviii, lx, 49–50, 390: die Familie Aqit, die zur Zeit des Tuareg-Sultans Akil (1434–1468) aus Masina nach Timbuktu kam und die Qadis des sechzehnten Jahrhunderts stellte; die Universität von Sankore als individualisierte Lehrtradition, nicht als Institution; die Muwatta, die Mudawwana und die Risala als Grundwerke; Ahmad Baba ﵀ (1556–1627), einzigartig in seiner Zeit, berühmt für seine Fatwas.
- p. 88 (TS Kap. 11): die Sankore-Moschee, erbaut von einer sehr reichen Frau der Aghlal, zu unbekanntem Datum.
- Sylviane A. Diouf, Servants of Allah: African Muslims Enslaved in the Americas, 15th anniversary edition, New York University Press, New York 2013, p. 41: Ayuba Suleyman Diallo aus Bundu, als Job ben Solomon auf einer Tabakplantage in Maryland versklavt.
- Omar ibn Said ﵀, A Muslim American Slave: The Life of Omar Ibn Said, hg. und übers. von Ala Alryyes, University of Wisconsin Press, Madison 2011, p. 3: die Life, 1831 in North Carolina geschrieben, als einzige erhaltene arabische Autobiographie eines Sklaven in den Vereinigten Staaten.
Verweise
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